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Der Hype flaut ab : Bitcoin hat die Dominanz am Kryptomarkt verloren

Bitcoin ist nur eine von vielen Kryptowährungen – Ehterum wird beispielsweise eine vielversprechendere Zukunft vorausgesagt. Bild: Reuters

Unter Digitalwährungen ist Bitcoin längst nicht mehr der Platzhirsch. Analysten finden dennoch immer neue Thesen, ob der Kurs steigen oder fallen wird. In einem besonders irren Szenario spielt auch die Deutsche Bank eine Rolle.

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          Es sah doch alles so gut aus: Noch Ende April marschierte die Digitalwährung Bitcoin auf zu alten Höhen und notierte auf 9746 Dollar nicht mehr weit von der magischen 10.000-Dollar-Marke entfernt. Doch der Mai entpuppte sich als kein guter Monat für Bitcoin: Der Kurs fiel auf zeitweise nur noch wenig über 7000 Dollar – ein Minus von 30 Prozent. Bitcoin-Anleger sind an solche Kurskapriolen längst gewöhnt. Technische Analysten sehen ähnliche Muster wie nach der Insolvenz der damals wichtigsten Handelsbörse Mt. Gox. Paul Day, der den Markt als technischer Analyst für Market Securities beobachtet, sagt: „Die Emotionen sind nicht anders als beim letzten Mal, es sind nur andere Menschen, die sie dieses mal erleben.“ Er schätzt, dass es tendenziell noch für eine „lange, lange Zeit nach unten“ gehen könnte. Er erwartet, dass am Ende des Jahres ein Bitcoin gerade noch 2800 Dollar kosten könnte.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Auf dem gesamten Markt für Digitalwährungen – immerhin gibt es mittlerweile mehr als 1600 – werden solche Warnungen immer öfter nur mit einem Schulterzucken hingenommen. Das hat einen ganz einfachen Grund: Bitcoin hat seine Wichtigkeit für den Markt verloren. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass Bitcoin eigentlich gar keine Währung ist, weil sie technologisch veraltet ist. Die Transaktionen dauern minutenlang und sind teuer. Das hat natürlich Folgen: Während die Marktkapitalisierung von Bitcoin noch Anfang des Jahr 2017 knapp 90 Prozent des gesamten Digitalwährungsmarktes abbildete, waren es zeitweise in diesem Jahr nur noch weniger als 33 Prozent. Größter Konkurrent ist die Digitalwährung Ethereum: Sie macht heute knapp 18 Prozent des Marktes aus. Ripple folgt mit knapp acht Prozent, Bitcoin Cash auf Platz vier mit etwas mehr als fünf Prozent. Insgesamt beläuft sich das Marktvolumen aller Digitalwährungen heute auf rund 330 Milliarden Dollar.

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