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Vor einer Revolution? : Erste Handelsfinanzierung über Blockchain geschlossen

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Der Agrarkonzern Cargill hat mithilfe der Bank HSBC erstmals eine Handelsfinanzierung über die Blockchain abgeschlossen. Bild: Michael Braunschädel

Die Blockchain nähert sich ihrem kommerziellen Einsatz. Mit der ersten Handelsfinanzierung, die nicht zu Testzwecken geschlossen wurde, könnte der Durchbruch bevorstehen.

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          Die britische Großbank HSBC hat erstmals eine Handelsfinanzierung unter Zuhilfenahme der sogenannten Blockchain abgeschlossen. Dies könnte durchaus der Beginn einer breiteren Nutzung der Technik in diesem Markt sein, der immerhin ein Volumen 9 Milliarden Dollar hat. Das berichten die „Financial Times“ und die Nachrichtenagentur Bloomberg.

          Die Blockchain ist eine erweiterbare Liste von Datensätzen, die über kryptographische Verfahren verkettet sind. Dieses System lässt sich auch als dezentrales Buchführungssystem nutzen. Die Richtigkeit wird dadurch sichergestellt, dass spätere Transaktionen auf früheren aufbauen und diese auf diese Weise bestätigen.

          Da der Inhalt unerheblich ist, lassen sich so nicht nur finanzielle Buchungen durchführen, sondern auch Vertragswerke schließen. Im vorliegenden Fall wurde über die Blockchain eine Zahlungszusage (Akkreditiv) für den Landwirtschaftskonzern Cargill geschlossen. Damit wurde eine Lieferung Sojabohnen aus Argentinien nach Malaysia abgesichert, Gegenpartei sei die niederländische Bank ING gewesen. Dies habe gezeigt, dass die Technik für kommerzielle Anwendung in der Industrie bereit sei, denn im Gegensatz zu früheren Testtransaktionen könnte das für Cargill repliziert werden, wenn die gleichen Gegenparteien dabei seien.

          In fünf Jahren üblich?

          Die Blockchain könnte die Handelsfinanzierung beschleunigen, in dem sie die zahlreichen Dokumente mit mehrtägiger Verarbeitungszeit auf eine papierlose Aufgabe reduziert, die innerhalb von Stunden erledigt werden könne.

          Es gelte jetzt, so viele Teilnehmer wie möglich für diese Technik zu gewinne, zitiert die Zeitung Vivek Ramachandran, den Leiter der Innovationsabteilung. Voraussetzung für eine weite Verbreitung sei indes, dass Banken, Reedereien, Häfen und der Zoll die Technik zu nutzen beginnen. Schließlich müssten sich alle Kontrahenten auf gemeinsame Plattformen und Standards einigen.

          Ramachandran rechnet damit, dass dies in den nächsten fünf Jahren zum Tragen kommen wird. Eine Reihe von Banken und Unternehmen haben im vergangenen Jahr mit Plattformen experimentiert.

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