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Jetzt auch bei DM : Deutsche Läden schalten China-Zahldienst Alipay frei

  • -Aktualisiert am

Bar oder mit Alipay? dm stellt sich auch auf chinesisches Bezahlsystem ein. Bild: Reuters

Die Zahl der Touristen aus der Volksrepublik steigt und immer mehr Händler wollen ihnen den Einkauf erleichtern. Jetzt hat auch die Drogeriekette DM Chinas Bezahldienst Alipay angeschlossen.

          Die Chinesen kommen, und sie kaufen ein. Kleider, Schmuck, Kosmetik, Luxusartikel, aber auch Zahnpasta, Chia-Samen, Waldhonig, Gesichtsmasken und Seefischöl-Kapseln. Immer mehr Menschen aus der chinesische Mittelschicht können sich Reisen und Einkäufe in Europa leisten. Im nächsten Jahr wollen angeblich mehr als 160 Millionen Chinesen ins Ausland reisen – „viele davon nach Europa und Deutschland“. Das wären 30 Millionen mehr als vor zwei Jahren.

          Bernd Freytag

          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Ludwigshafen.

          Die Wachstumszahlen nennt Alipay, der größte Online-Bezahldienst der Welt, mit Bezug auf McKinsey. Alipay, eine Tochtergesellschaft des chinesischen Internetgiganten Alibaba, betreut nach eigenen Angaben mehr als eine halbe Milliarde Kunden, allesamt Chinesen. Und die können künftig auch in den 1900 deutschen Filialen der Karlsruher Drogeriemarktkette DM bezahlen. Eine entsprechende Zusammenarbeit haben beide Unternehmen gerade beschlossen.

          Höhere Umsätze durch Alipay

          DM ist kein Vorreiter, sondern springt vielmehr auf einen Zug auf, der schon seit einiger Zeit Fahrt gewinnt. Galeria Kaufhof, Breuninger, Zwilling, WMF, oder die dm-Konkurrenten Müller und Rossmann – die Kundenliste von Alipay in Deutschland wird immer länger, immer mehr deutsche Unternehmen stellen sich auf die Kundschaft aus China ein. Die Umsätze in Deutschland seien zweieinhalbmal höher als im Vorjahr, heißt es von Alipay. Konkrete Zahlen nennen die Chinesen nicht.

          Deutschland gilt in China mit knapp 1,6 Millionen Reisen 2018 nach Frankreich als zweitbeliebtestes Reiseziel in Europa. Doch aus Dänemark kamen in etwa genauso viele Besucher nach Deutschland wie aus China. Alipay sieht aber ein starkes Wachstum. Ziel sei es, chinesischen Touristen auf „all ihren Reisen mobiles Bezahlen zu ermöglichen, da sie diese Bezahlungsmethode schätzen und bevorzugen“.

          Mobiles Bezahlen mit Karten ist aber nicht nur bequem, es hinterlässt auch viele Datenspuren, die auch von staatlichen Stellen genutzt werden könnten. Chinas Regierung plant ein landesweites Bewertungssystem seiner Bürger und nutzt dazu eine Fülle von Daten. Alibaba ist zwar ein Privatunternehmen. Es ist aber wie jedes Unternehmen in China zur Zusammenarbeit mit der Regierung verpflichtet.

          Mit deutschen Drogerien verbinden chinesische Konsumenten seit einiger Zeit eine ganz besondere „Liebe“. Vor allem in Filialen in Großstädten wurden und werden Regale von DM, Müller, Rossmann & Co teilweise regelrecht leergekauft. Mutmaßlich nicht nur von Touristen, sondern von cleveren Geschäftemachern, die Produkte dann an Landsleute zu Hause weiterverkaufen.

          Besonders gesucht waren eine Zeitlang Babynahrung und Milchpulver. Sie gelten als besonders vertrauenswürdig und waren in China gefragt, nachdem dort verunreinigten heimisches Milchpulver aufgetaucht war. Mittlerweile haben die deutschen Händler reagiert und verkaufen in betroffenen Filialen nur noch handelsübliche Mengen, um die angestammte Kundschaft nicht mit leeren Regalen zu vergraulen. Die aktuelle Nachfrage nach Milchpulver „erzeugt bei dm keine Versorgungsengpässe“, sagt Finanzgeschäftsführer Martin Dallmeier. dm freue sich vielmehr, „wenn unser Angebot dazu auch für chinesische Kunden interessant ist“.

          Zur Entspannung beigetragen haben dürfte auch, dass etwa die Danone-Tochtergesellschaft Milupa, ein großer Anbieter von Babynahrung, ihre Produkte zunehmend direkt in China verkauft. dm betreibt in China keine eigenen Läden, aber eine Online-Plattform, vor allem mit Eigenmarken. Der Plattform-Betreiber Tmall ist eine Tochtergesellschaft von Alibaba.

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