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Rekordzahlen : Deutsche zahlen mit der Girokarte so viel wie noch nie

Die Deutschen zücken an der Ladenkasse immer häufiger die Girokarte. Bild: dpa

Schlechte Nachrichten für Bargeldfreunde: Die Deutschen haben in der Corona-Pandemie an der Ladenkasse 5,5 Milliarden Transaktionen mit der Karte beglichen.

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          Die Deutschen haben sich in der Pandemie nicht nur an das Zahlen mit der Karte gewöhnt, sondern es sogar deutlich ausgeweitet. Das geht aus den aktuellen, am Dienstag  veröffentlichten Zahlen der Euro Kartensysteme zum Einsatz der Girokarte hervor. Demnach haben Deutschlands Verbraucher im vergangenen, durch die Corona-Krise belasteten Jahr so häufig bargeldlos mit der Girocard bezahlt wie nie zuvor. Knapp 5,5 Milliarden Transaktionen waren es im Gesamtjahr 2020.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Damit wurde die Debitkarte, von denen 100 Millionen und deutlich mehr als Kreditkarten im Umlauf sind, rund eine Milliarde mal häufiger zum Bezahlen an der Ladenkasse genutzt als ein Jahr zuvor. Der seit Jahren zu beobachtende Wandel zur Kartenzahlung habe sich in Zeiten der Pandemie fortgesetzt, bilanzierte die Kreditwirtschaft. „Insbesondere das kontaktlose Bezahlen begegnet dem Wunsch der Kunden und des Handels nach Abstand und Hygiene.“ Euro Kartensysteme kümmert sich im Auftrag der Deutschen Kreditwirtschaft (DK), dem Dachverband der Banken und Sparkassen, um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten.

          Umsatz steigt um 12 Prozent

          Wie die aktuelle Statistik der DK weiter zeigt, erhöhte sich der Umsatz mit Girokarten um 12,0 Prozent auf 236 Milliarden Euro. Für das kontaktlose Bezahlen gab es im Corona-Jahr einen besonders kräftigen Schub. Im Jahresdurchschnitt wurde den Angaben zufolge jeder zweite Bezahlvorgang mit der Girocard auf diesem Wege vollzogen. Beim kontaktlosen Verfahren muss die Bezahlkarte nicht in ein Gerät eingeschoben werden. Die Daten werden verschlüsselt mit dem Terminal an der Kasse ausgetauscht, wenn die Karte vor das Lesegerät gehalten wird. Bei geringen Beträgen ist nicht einmal die Eingabe der Geheimnummer (PIN) nötig.

          Auch viele kleinere Läden bieten diese Bezahlmöglichkeit inzwischen an, immer häufiger werden geringere Beträge kontaktlos bezahlt. Das erklärt, warum der durchschnittliche Bezahlbetrag mit der Girocard im vergangenen Jahr auf 43,14 Euro gesunken ist. Im Jahr zuvor waren es noch 46,86 Euro. Bei kontaktlosen Zahlungen mit der Girocard erhöhte sich der Durchschnittsbetrag von 33,93 auf 35,31 Euro. Viele Einzelhändler hatten wegen der Ausbreitung des Coronavirus aus Hygienegründe für bargeldlose Verfahren geworben.

          Die Deutsche Kreditwirtschaft hatte das Limit für die Kartenzahlung ohne PIN-Eingabe im Handel von 25 auf 50 Euro pro Nutzung verdoppelt. Im Januar 2020 lag der Anteil der kontaktlosen Bezahlvorgänge an den gesamten Girocard-Transaktionen noch bei 39 Prozent, im Dezember waren es dann 60,4 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahresdurchschnitt 2019 wurden gut ein Viertel (26,6 Prozent) der Bezahlvorgänge mit der Girocard kontaktlos getätigt.

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