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Blockchain : Neue Technik könnte Bankgeschäfte viel billiger machen

Ein Zauberwürfel als Blockchain: Eine neue Computersoftware soll das Banking erleichtern und vergünstigen. Bild: Mart Klein und Miriam Migliazzi

Geringere Kosten für Hypotheken- und Kontoführungsgebühren: Die Computertechnik Blockchain könnte die Zahlungen für Bankgeschäfte um ein Fünftel reduzieren.

          Von den möglichen Kostenersparnissen durch die Digitalisierung reden Banker gerne dieser Tage. Was das ganze für den Kunden bringen kann, haben Berater von Capgemini nun einmal durchgerechnet. Vor allem für Darlehensverträge und Versicherungen sehen sie erhebliches Einsparpotential, das auch beim Verbraucher ankommen sollte. Um durchschnittlich 430 bis 860 Euro, 11 bis 22 Prozent, könnten etwa die Gebühren für die Kontoführung oder Hypothekenverträge sinken, und das schon in fünf Jahren.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Schlüssel zu den Einsparungen ist nach Ansicht der Capgemini-Berater die neue Blockchain-Technologie, an der so gut wie alle großen Finanzkonzerne, darunter etwa die Deutsche Bank und die Allianz, gerade forschen. Wie sie im Detail funktioniert, ist – ähnlich wie beim Internet – für den Laien kaum zu verstehen. Entscheidend ist aber, dass über das System Datensätze innerhalb sehr kurzer Zeit und für alle Beteiligten überprüfbar ausgetauscht werden können.

          Die Kostenvorteile, auf die Capgemini abhebt, ergeben sich zum Beispiel dadurch, dass Verträge nicht mehr in vielen Klauseln auf Papier festgehalten werden, sondern als eine Art Computerprogramm. Dieser Smart Contract sorgt dann dafür, dass zum Beispiel Darlehensbeträge automatisch ausgezahlt werden, sobald der Vertragspartner die vereinbarten Voraussetzungen erfüllt hat. Im Falle eines Hypothekenvertrags würden dann zum Beispiel Gutachten und die Dokumentation nicht mehr auf Papier gedruckt, sondern automatisch innerhalb des Computersystems überprüft. Auch die Banken könnten ihren Verwaltungsaufwand dadurch nach Ansicht der Autoren zwischen 3 und 10 Milliarden Euro senken.

          Verträge gäbe es dann nur noch digital

          „Die Gestaltung und Abwicklung von Verträgen ist bis heute noch nicht vollständig digitalisiert. Deswegen müssen Verbraucher einen Großteil der finanziellen Last einer noch immer manuellen Abwicklung tragen“, sagt Stefan Huch von Capgemini. Seiner Ansicht nach ist die Forschung zu sogenannten Smart Contracts auf der Blockchain aber weit genug, um das gesamte Vertragswesen zu revolutionieren. Schon von 2020 an erwarten die Studienautoren eine ausreichende Akzeptanz im Massenmarkt. „Die Risiken werden geringer, die Kosten sinken, und die Effizienz wird steigen“, sagt Huch.

          Bei Verträgen für die Autoversicherung könnten ähnliche Effekte dazu führen, dass die Bearbeitungskosten in der ganzen Welt um 19 Milliarden Euro sinken. Schon die Weitergabe der Hälfte dieser Effizienzgewinne würde nach Ansicht der Berater Prämieneinsparungen für Verbraucher von jährlich durchschnittlich bis zu 40 Euro bedeuten.

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