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Bezahlen 2018 : Die Digital-Boykotteure

Immer mehr Deutsche zücken die Karte – und seltener den Geldbeutel mit den Münzen und Scheinen. Bild: dpa

Klar, es sind die Älteren, die mit dem Online-Banking nicht klar kommen und am liebsten bar zahlen. Eine neue Studie relativiert das Vorurteil.

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          Die Deutschen gelten als eine Nation, in der digitales Bezahlen es schwerer hat als in manchem anderen Land. Die Liebe zum Bargeld wird in Umfragen immer wieder mit mehr als 90 Prozent Zustimmung beschworen, gegenüber technischen Finanzneuerungen wird besonders viel Skepsis geäußert, und Bezahlen mit dem Smartphone hat sich – zumindest bis jetzt, bis zum Start der neuen Sparkassen-Angebote – kaum durchgesetzt. Immer wieder warnen Digitalisierungs-Fachleute, das Land könnte in seiner romantischen Bargeld-Nostalgie wichtige Entwicklungen verschlafen.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das hat die Teambank, ein Institut der genossenschaftlichen Bankengruppe, dazu bewegt, in einer Umfrage einmal genauer nachzufragen: Welche Altersgruppen sind das eigentlich, die da so technikskeptisch sind? Ist das ein Phänomen von Senioren, die das alles nicht mehr nachvollziehen können, oder betrifft das alle „Analog Natives“, die mit anderen Formen des Bezahlens aufgewachsen sind – oder gibt es sogar eine neue jugendliche Liebe zum Bargeld?

          Insgesamt kommt die Umfrage zu dem Ergebnis, die Deutschen seien „mehr als konservativ“ in der Wahl ihrer Bezahlarten. 12 Prozent benutzten noch nicht mal eine EC-Karte und 39 Prozent erledigten ihre Überweisungen noch auf dem Papierweg. Hinsichtlich der Kartenzahlung galt nicht die Regel, wie manchmal angenommen wird, dass ältere Menschen noch sehr am Bargeld hängen und jüngere mit Karte zahlen.

          Vielmehr hatte die Zahlung mit Kreditkarte in der Umfrage besonders viele Anhänger in den Gruppen „30 bis 49 Jahre“ und „50 bis 79 Jahre“, dagegen war sie in der jüngeren Gruppe „18 bis 29 Jahre“ deutlich unterrepräsentiert. Bargeld dagegen nannten alle drei Altersgruppen ein bevorzugtes Zahlungsmittel.

          Ich und mein Bargeld

          Eine Abschaffung des Bargeldes würden laut Umfrage nur 4 Prozent der Befragten „sehr begrüßen“. Hier war es so, dass sich vor allem in der mittleren Altersgruppe (30 bis 49 Jahre) noch einige fanden, die eine Bargeldabschaffung „sehr begrüßen“ würden, nämlich 6 Prozent. Sowohl bei den Älteren, als auch bei den Jüngeren waren es noch weniger. Die größte Gruppe der entschiedenen Gegner einer Bargeldabschaffung („gar nicht begrüßen“) fand sich mit 74 Prozent bei den Älteren.

          Online-Überweisungen tätigten vor allem die Angehörigen der mittleren Altersgruppe (78 Prozent), hingegen waren es sowohl bei Jüngeren (77 Prozent) als auch bei Älteren (51 Prozent) weniger. Bezahlen mit dem Smartphone nutzten unter den Jüngeren 17 Prozent, in der mittleren Altersgruppe 10 Prozent und von den Älteren 2 Prozent. Paypal setzten von den Jüngeren 59 Prozent ein, in der mittleren Altersgruppe 68 Prozent und von den Älteren 33 Prozent. Papier-Überweisungen dagegen nutzen von den Älteren 49 Prozent, in der mittleren Altersgruppe 30 Prozent und von den Jüngeren 28 Prozent.

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