https://www.faz.net/-gv6-7vckl

„Apple Pay“ : In Amerika kann man jetzt mit dem iPhone bezahlen

  • -Aktualisiert am

In Amerika kann man jetzt auch mit dem iPhone bezahlen. Bild: AP

Apple startet seinen Bezahldienst in Amerika. Die größten Kreditkartenanbieter kooperieren mit dem Elektronikkonzern. Es gibt aber noch viele Hürden.

          1 Min.

          In Amerika müssen Kunden der großen Warenhäuser Bloomingdale’s oder Macy’s künftig keine Kreditkarte mehr zücken. Sie können ab sofort mit ihrem Apple-iPhone bezahlen – vorausgesetzt, sie besitzen die neueste Version des internetfähigen Mobiltelefons. Der große kalifornische Elektronikkonzern ist am Montag mit dem bereits Mitte September angekündigten Bezahlsystem „Apple Pay“ gestartet, was das iPhone erstmals zur digitalen Brieftasche macht. Internationale Expansionspläne hat Apple noch nicht bekanntgegeben. Nach einem Magazinbericht hat der Dachverband der Sparkassen-Finanzgruppe bei Apple bereits Interesse an einer Zusammenarbeit angemeldet, falls der Konzern das System auch in Deutschland einführt.

          Norbert Kuls
          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Trotz der Popularität des iPhone wird Apple Pay aber nicht von heute auf morgen die Art des Bezahlens in den Vereinigten Staaten verändern. Bisher sind nach Angaben von Apple nämlich nur 220.000 Läden in Amerika mit sogenannten Nahfunk-Geräten (NFC) ausgestattet, die das kontaktlose Bezahlen an der Kasse mit einem iPhone ermöglichen. Insgesamt gibt es im Einzelhandel aber rund 8 Millionen Kassen, schätzt First Data, ein auf Bezahlsysteme spezialisierte Finanzdienstleister. Große Ketten wie Wal-Mart Stores oder der Elektronikeinzelhändler Best Buy arbeiten aber an einem eigenen System.

          Genutzt werden kann Apple Pay auch für die Bezahlungen innerhalb von Apps, also den auf Mobiltelefone heruntergeladenen  Anwendungen von Einzelhändlern. „Wir versuchen etwas, von dem ich glaube, dass es das Spiel verändern kann, und es verlangt die Zusammenarbeit einer Menge  von Leuten“, wird Eddy Cue, der für das Programm zuständige Manager von Apple, zitiert.

          Apple hatte für den Start des Bezahlsystems bereits Verträge mit den sechs größten Emittenten von Kreditkarten geschlossen. Dazu gehören die Großbanken JP Morgan Chase, Bank of America, Citigroup und Wells Fargo. Mit deren Plastikgeld werden mehr als 80 Prozent aller Kreditkartentransaktionen abgewickelt. Auch die drei führenden Betreiber von Kreditkartennetzwerken, Visa, Mastercard und American Express, sind an Bord. Ab dem kommenden Jahr sollen weitere 500  regionale und lokale Banken dazukommen.

          Aber es gibt dennoch bedeutende Lücken. So werden Firmenkreditkarten, Guthabenkarten oder eigene Karten von Einzelhändlern für die Bezahlung per iPhone noch nicht akzeptiert. Im Fall von Macy’s entfallen rund die Hälfte des gesamten Umsatzes auf die eigene Markenkarte, die an ein Rabatt- und Treueprogramm gekoppelt ist.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Christian Lindner beim FDP-Parteitag am Sonntag in Berlin.

          FDP vor der Wahl : Lindner will Stimmen aus Überzeugung, nicht aus Kalkül

          Die Freidemokraten sinnieren darüber, wer sie wählt und warum. Aus Taktik sollten die Leute nicht für die FDP stimmen, sagt Parteichef Lindner. Doch die Vorzeichen haben sich während des Wahlkampfs dramatisch verändert.
          Zollfahndung im Einsatz in Köln

          Ermittlungen gegen die FIU : Kapitulation vor den Geldwäschern

          Die Spezialeinheit FIU versagt in der Aufdeckung. Das kann nun auch Finanzminister und Kanzlerkandidat Olaf Scholz schaden. Seit Jahren ist die Zahl der verfolgten Geldwäsche-Delikte rückläufig.
          Blick vom Parlamentsberg auf Kanadas Hauptstadt Ottawa

          Riskante Wette : Trudeau gegen Kanadas Trump

          Der Regierungschef will die Wahl zum Referendum über seine Pandemie-Politik machen. Hat er sich damit verzockt? Es scheint auf jeden Fall eng zu werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.