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Zahlungsmittel : Der Tod des Bargeldes steht noch nicht bevor

Totgesagte leben länger: Bargeld in einer Kasse Bild: dpa

Kleine Beträge werden nach wie vor gerne bar bezahlt, obwohl man das fast nirgends mehr müsste. Wer wie zahlt, hängt stark vom Land ab - und noch von etwas ganz anderem.

          Selbst in Nordeuropa, einer dem Bargeld zunehmend abweisend gesonnenen Region, gehen die Uhren unterschiedlich. Während in Dänemark die Zentralbank angekündigt hat, nur noch bis zum Ende 2016 Banknoten drucken und Münzen prägen zu wollen, bereiten Schweden und Norwegen für die kommenden Jahre die Ausgabe neuer Banknotenserien vor. Die norwegische Serie trägt den Namen „Das Meer“ und wird Abbildungen von Leuchttürmen, Schiffen und Fischen zeigen. Die künftigen schwedischen Banknoten zieren die Porträts bekannter Landsleute, darunter die Schriftstellerin Astrid Lindgren, die Schauspielerin Greta Garbo und der Politiker Dag Hammarskjöld.

          Der wichtigste Grund für die neue Emission sind Sicherheitsüberlegungen. Auch wenn das Bargeld in vielen Ländern als Zahlungsmittel an Attraktivität verlieren mag, zieht es weiterhin Fälscher an, denen neue, mit neuen Sicherheitsmerkmalen ausgestattete Noten ihre Arbeit erschweren sollen.

          Bedeutung von Bargeld je nach Land unterschiedlich

          In allen Industrienationen sind vergleichbare Techniken für die Abwicklung von Zahlungen vorhanden. Neben dem traditionellen Bargeld existiert die Nutzung von Überweisungen und Lastschriften, Schecks, Bank- und Kreditkarten sowie Online-Banking per Computer oder Smartphone. Und dennoch ist die Bedeutung des Bargeldes je nach Land sehr unterschiedlich. Messen lässt sich diese Bedeutung auf unterschiedliche Weise. Interessant ist ein Vergleich des Anteils des Bargeldes an den gesamten Verbindlichkeiten von Zentralbanken, denn hieraus lassen sich auch Schlüsse über die geldpolitische Bedeutung des Bargeldes ziehen.

          Bargeld wird nicht nur als Zahlungsmittel verwendet, sondern auch als Wertaufbewahrungsmittel. Je niedriger der Zinssatz ist, umso attraktiver wird das Bargeld als Alternative, auch wenn eine sichere Aufbewahrung Kosten verursacht. In der Schweiz, wo manche Zinssätze mittlerweile negativ sind, haben größere Vermögensverwalter in den vergangenen Wochen Interesse an der Lagerung umfangreicher Bargeldbestände gezeigt.

          Währungen wie der Dollar und der Euro werden als Bargeld in vielen anderen Ländern nachgefragt. Dollarnoten sind seit Jahrzehnten rund um den Globus verbreitet, so dass der von der Federal Reserve genannte Bargeldumlauf wenig über die Verwendung der Noten im inländischen Zahlungsverkehr aussagt. Euronoten werden nicht nur, wie früher D-Mark-Noten, in Ost- und Südosteuropa gerne gebunkert, sondern zum Beispiel auch in Argentinien.

          Abkehr von Bargeld in Nordeuropa am stärksten

          Mehrere Untersuchungen zeigen, dass in vielen Ländern das Bargeld eine dominierende Zahlungsform für Käufe bis zu einem Wert von rund 25 Euro darstellt. Hierfür werden sowohl Angebot wie auch Nachfrage verantwortlich gemacht. Viele Verkäufer sind zwar technisch so ausgestattet, dass kleine Beträge bei ihnen bargeldlos bezahlt werden könnten. Trotzdem bevorzugen sie weiterhin Bargeld. Ebenso zeigen Untersuchungen, dass es viele Käufer nach wie vor für praktischer halten, Kleinbeträge bar zu bezahlen, selbst wenn sie eine Karte mit sich führen. Die Abkehr vom Bargeld auch für kleine Zahlungen lässt sich am stärksten in Nordeuropa beobachten. So plant Dänemark den Annahmezwang für Bargeld in vielen kleinen Läden, in Restaurants und an Tankstellen abzuschaffen.

          Große Unterschiede zwischen den Ländern sind in der Nutzung des Bargelds für größere Beträge festzustellen. In Ländern wie den Vereinigten Staaten und Frankreich (vor der Einführung des Euros) hat es keine Banknoten mit sehr großen Nennwerten gegeben im Unterschied zum Beispiel zu Deutschland. Hier spielen unterschiedliche Traditionen eine Rolle. Heute sorgen viele staatliche Regulierungen, die unter anderem mit der Terrorbekämpfung begründet werden, für eine geringere Nutzung des Bargeldes für größere Summen. Moderne Studien zeigen einen weiteren Trend: Mit dem Bildungsniveau und dem Einkommen steigt die Neigung in Privathaushalten, die Verwendung des Bargeldes zu reduzieren.

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