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Diesel und Super E10 : Tankstellen reagieren auf fallenden Ölpreis

Dank fallender Ölpreise lässt sich aktuell oft günstiger tanken. Bild: dpa

Schon seit Sonntag fallen im bundesweiten Durchschnitt die Preise fürs Tanken. Globale Trends überlagern derzeit saisonale Effekte.

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          Der Preisrutsch beim Rohöl ist offenbar auch an Deutschlands Tankstellen angekommen. „Seit Sonntag fallen die Preise für Super E10 und Diesel im Bundesschnitt“, sagte Steffen Bock, der Geschäftsführer des Internetvergleichsportals Clever Tanken. Stichproben hätten gezeigt, dass sich dieser Trend am Mittwoch fortgesetzt habe, sagte Bock.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nach Erhebungen des Autoclubs ADAC ist auf Wochensicht der Preis für Diesel im Bundesdurchschnitt um 1,4 Cent auf 1,058 Euro je Liter gesunken, der Preis für Super E10 um 0,9 Cent auf 1,245 Euro. Als wichtigster Grund wurde der Preisverfall des Rohöls genannt. Auf Wochensicht war der Preis der Nordseesorte Brent von 46 auf rund 40 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter) gesunken.

          Wie berichtet, war der Ölpreis am Dienstag eingebrochen, als Grund waren am Ölmarkt vor allem Sorgen um die globale Ölnachfrage genannt worden. Die Weltwirtschaft scheine sich doch nicht so schnell zu erholen, wie das angenommen worden war. Am Mittwoch gab es eine gewisse Gegenbewegung. Im frühen Handel sank der Ölpreis der Nordseesorte Brent zwar noch weiter bis auf zeitweise 39,37 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter). Im Tagesverlauf drehte er allerdings und stand am Abend bei 40,70 Dollar rund 2 Prozent im Plus.

          Wie reagiert der Heizölpreis?

          Der Preis für Heizöl ist nach Angaben des Internetportals Heizoel24 am Mittwoch leicht gestiegen, war aber zuvor am Dienstag mit den Rohölpreisen weiter kräftig gesunken. Für 100 Liter zahlt man dem Portal zufolge bei der Abnahme von 3000 Litern im Bundesdurchschnitt 37,55 Euro. Auf einem solchen Niveau waren die Heizölpreise im September seit 17 Jahren nicht mehr.

          Das Fintech Seasonax, Fondsgesellschaft und Analysehaus für saisonale Entwicklungen, erwähnt in einem Bericht, es erstaune Beobachter vielleicht, dass Öl ausgerechnet mit dem einsetzenden Herbst und der bevorstehenden Heizsaison billiger werde. Der Heizsaison auf der Nordhalbkugel stünden aber oftmals andere, gegenteilige Entwicklungen gegenüber.

          Ein Beispiel ist der Kraftstoffverbrauch in den Vereinigten Staaten, der im Sommer besonders hoch ist. Seasonax jedenfalls kommt in einem Vergleich der Ölpreis-Entwicklung über die vergangenen 20 Jahre zu dem Ergebnis, es sei sogar häufig so gewesen, dass Rohöl in der hiesigen Heizsaison billiger werde. In der Zeit vom 7. September bis 20. Dezember sinke der Rohölpreis häufig: „Der durchschnittliche Preisverlust von Rohöl in dieser Phase lag in den vergangenen 20 Jahren bei 11,52 Prozent, wobei der Preis in elf von 20 Fällen gefallen ist, während er in neun Fällen anstieg – allerdings deutlich weniger stark, als in den anderen Fällen die Verluste ausgefallen sind.“

          Auch für den Heizölpreis in Deutschland gibt es die Beobachtung, dass dieser nicht im Hochsommer am niedrigsten ist, wie man vielleicht denken könnte, sondern oftmals Ende Dezember oder im Januar, wenn viele Hausbesitzer ihren Öltank schon aufgefüllt haben und noch nicht wieder nachbestellen.

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