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Rechtsschutzversicherung : Warum Diesel-Prozesse für Kläger teuer werden könnten

Ein vom Abgas-Skandal betroffener Dieselmotor von Volkswagen Bild: dpa

Die Anwalts- und Gerichtskosten im Diesel-Skandal explodieren. Ein Ende ist nicht absehbar. Das könnte Versicherungen überfordern und für Versicherte zum Problem werden.

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          Wer soll das bezahlen? Wer hat das bestellt? Wer hat so viel Pinkepinke? Wer hat so viel Geld?“, heißt es in einem Karnevalsschlager. Die drängenden Fragen im Nachkriegsdeutschland, die das Lied aufgriff, lassen sich Jahrzehnte später auch auf das deutsche Rechtssystem übertragen. Wer Ansprüche vor Gericht einklagen will, muss sich vorab über die Kosten im Klaren sein. Die Erstberatung eines Rechtsanwalts kann schnell einen dreistelligen Beitrag kosten. Von einem Streitwert von mehr als 5000 Euro an braucht es den zugelassenen Anwalt ohnehin zwingend für den Prozess vor dem Landgericht — und dann kommen noch die Gerichtsgebühren hinzu.

          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Hunderttausende Verbraucher in Deutschland mussten sich nach Bekanntwerden der Abgasmanipulationen in der Autoindustrie im Herbst 2015 nicht nur die Frage stellen, ob sie einen womöglich jahrelangen Prozess für ihren gebrauchten Diesel durchfechten wollten. Sondern auch, wie sie im Fall einer Niederlage vor Gericht mit dem Kostenrisiko umgehen. Dann muss man die Anwaltsgebühren der Gegenseite nämlich ebenfalls zahlen. „Viele Diesel-Fahrer ohne eine Rechtsschutzversicherung sind nicht bereit, das Kostenrisiko einer Einzelklage zu tragen“, sagte Bernhard Gause, ehemals Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) schon im Jahr 2019.

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