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Sparkassen : „Jetzt gilt es bunkern, bunkern“

Rechnet mit „historisch hohen Abschreibungen“: Peter Schneider Bild: Imago

Das Ende der Negativzinsen wurde herbeigesehnt. Dem Sparkassenpräsident von Baden-Württemberg, Peter Schneider, ging es dann aber doch zu schnell und drastisch.

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          Wir sind Sparkassen, keine Entreicherungskassen.“ Peter Schneider sagte das vor 18 Monaten – als die Zinsen noch negativ waren. Jetzt ist die Zinswende da. Und der Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg stellt ernüchtert fest: „Der Zinsanstieg in dieser Höhe erfolgte viel zu schnell“ und fügt hinzu: „Das bringt uns und die ganze Finanzwelt ein Stück weit in Schwierigkeiten.“

          Archibald Preuschat
          Redakteur in der Wirtschaft

          Da sind zum einen die Wertpapierabschreibungen. Wie die meisten Institute halten auch die 50 Sparkassen des Verbands Anleihen im Eigendepot, deren Wert ob höherer Renditen nach der Zinswende gesunken ist. Schneider rechnet daher im Jahresergebnis 2022 mit „historisch hohen Abschreibungen“. In normalen Jahren liegt der ergebniswirksame Effekt für alle Sparkassen in Baden-Württemberg in einer Spanne zwischen Zuschreibungen in Höhe von 100 Millionen und Abschreibungen von 150 Millionen Euro, erläutert der Sparkassenpräsident. „Das ist kein Verlust“, betont Schneider, „denn die Anleihen mit höchster Bonität werden bis zur Endfälligkeit gehalten. Aber wir müssen die Kursentwicklung bilanziell abbilden.“ Für 2022 rechnet er deshalb „allenfalls mit einem Durchschnittsergebnis“. Richtig genießen können die öffentlich-rechtlichen Institute im Südwesten des Landes die Zinswende nicht. „Die Morgenluft hat sich verdünnisiert“, konstatiert Schneider.

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