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Neue Reichen-Studie : Zahl der Millionäre in Deutschland schrumpft

Yachten im Hafen von Monaco Bild: AFP

Erstmals seit der Finanzkrise sinkt die Zahl der Millionäre in Deutschland – und auch der Welt. Das hat mit dem Börseneinbruch 2018 zu tun. Und mit einer anderen Investitionsstrategie. Eine Besonderheit gibt es in Südamerika.

          Die Zahl der Millionäre ist zuletzt in Deutschland und in aller Welt zurückgegangen. Das geht aus dem jährlichen „World Wealth Report“ der Unternehmensberatung Capgemini hervor, der am Montag in Frankfurt vorgestellt wurde. Allerdings betrachtet diese Erhebung nur das „anlagefähige“ Vermögen, in Dollar gerechnet, aus Sicht eines Vermögensverwalters. Nicht berücksichtigt werden etwa Sammlerstücke, Gebrauchsgüter und selbstgenutzte Immobilien.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wer unter diesen Voraussetzungen mehr als eine Million Dollar auf die Waage bringt, zählt als „High Net Worth Individual“, als „Dollar-Millionär“. Nach dieser Zählweise gab es zuletzt 18 Millionen Millionäre in aller Welt, das waren rund 0,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In Deutschland sank die Zahl der Millionäre um 1,1 Prozent auf 1,35 Millionen.

          Als wichtigsten Grund für den Rückgang nannte Klaus-Georg Meyer von Capgemini die Kursverluste an den Börsen im Jahr 2018, die von den Wertzuwächsen bei fremdgenutzten Immobilien nicht ausgeglichen wurden. Es war in Deutschland und in aller Welt der erste Rückgang der Millionärszahlen seit dem Jahr 2008, als die Weltfinanzkrise viele große Vermögen erheblich belastet hatte.

          Amerika weiterhin Spitzenreiter

          Am meisten Millionäre gibt es demnach weiterhin in den Vereinigten Staaten mit 5,3 Millionen, das war — gegen den globalen Trend — ein Plus von 1 Prozent. Auf Platz zwei kommt Japan mit 3,2 Millionen (minus 0,4 Prozent) vor Deutschland mit 1,35 Millionen (minus 1,1 Prozent) und China mit 1,19 Millionen Millionären (minus 5 Prozent).

          Besonders stark zurückgegangen ist die Zahl der Millionäre in Hongkong mit einem Minus von 10 Prozent auf 153.000. Meyer erklärte das mit der starken Abhängigkeit Hongkongs von den Kapitalmärkten. Zu den Ausnahmen vom globalen Trend gehörten hingegen eine Reihe von Ölstaaten. So nahm in Saudi-Arabien (plus 7 Prozent) und Kuweit (plus 8 Prozent) die Zahl der Millionäre deutlich zu. Meyer erklärte das mit dem starken Ölpreis – und den Versuchen der Ölländer, durch Investitionen unabhängiger von dem Rohstoff zu werden.

          Unter allen Weltregionen verzeichnete der Raum „Asien-Pazifik“ mit minus 1,7 Prozent den stärksten Rückgang der Millionärszahlen. Europa verlor 0,5 Prozent. Nordamerika konnte ein Plus von 0,4 Prozent verzeichnen — und der Nahe Osten den größten Zuwachs mit 5,8 Prozent.

          Schaut man sich die Entwicklung der Vermögen der Millionäre an, ergibt sich ein ähnliches Bild wie bei der Zahl der Millionäre. Sowohl in aller Welt (minus 2,9 Prozent) als auch in Deutschland (minus 3,9 Prozent) sank das Vermögen. In Nordamerika ergab sich die Besonderheit, dass zwar die Zahl der Millionäre leicht gestiegen ist, das Gesamtvermögen aller Millionäre aber um 1,1 Prozent zurückging.

          Vermögen der reichsten Millionäre zurückgegangen

          Dabei ist Millionär nicht gleich Millionär. Die Unternehmensberatung teilt die Vermögenden in drei Gruppen ein: Zu den „Millionären von nebenan“ mit einem Vermögen zwischen einer und fünf Millionen Dollar gehören 90 Prozent aller Millionäre. Sie kommen aber nur auf 43 Prozent des Millionärsvermögens.

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