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Neue Reichen-Studie : Zahl der Millionäre in Deutschland schrumpft

Die mittlere Gruppe mit 5 bis 30 Millionen Dollar machen 9 Prozent der Millionäre aus, sie verfügen über 23 Prozent des Millionärsvermögens. Und die „Ultra-HNWI“, das sind Leute mit mehr als 30 Millionen Dollar, machen zwar nur 0,9 Prozent aller Millionäre aus — sie verfügen aber über stolze 33,7 Prozent des Millionärsvermögens.

Relativ am stärksten abgenommen hat nun im vergangenen Jahr das Vermögen der reichsten Gruppe (minus 6,3 Prozent) — auch die Zahl der ganz reichen Millionäre ist mit einem Minus von 3,9 Prozent am stärksten zurückgegangen.

Sorgen machen müsse man sich um die Millionäre trotz dieses Vermögensrückgangs wohl nicht, war Meyers Einschätzung. Treiber in Deutschland seien das gegenüber dem Vorjahr geringere Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent gewesen sowie der Rückgang der Marktkapitalisierung deutscher Aktien um 22,4 Prozent.

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Die Immobilienpreise seien im Gegenzug um 6,8 Prozent gestiegen. Die nach wie vor relativ hohe Zahl von Millionären in Deutschland habe etwas mit dem starken Mittelstand zu tun, meinte Meyer. Viele Millionäre hätten ihr Vermögen geerbt. Es gebe aber auch Angestellte mit einem entsprechenden Einkommen, die es neu zum Millionär gebracht hätten.

Mit Umfragen hat die Unternehmensberatung auch analysiert, wie die Millionäre ihr Vermögen jetzt anlegen (Stand erstes Quartal). Dabei gab es einige Auffälligkeiten: Aktien wurden offenbar in aller Welt vielfach durch Kasse oder Ähnliches („Cash und Cash-Äquivalente“) ersetzt. Der Aktienanteil an den Millionärs-Portfolios ging um 5,2 Prozentpunkte auf 25,7 Prozent zurück. Cash schaffte es global mit 27,9 Prozent auf den größten Anteil am Portfolio, ein Plus von 0,7 Prozentpunkten. Zumindest unter den befragten Millionären haben offenbar einige ihre Immobilien-Investitionen zurückgefahren. Der Anteil sank um einen Prozentpunkt auf 15,8 Prozent.

Anteil von Immobilien sinkt

In Deutschland waren diese Effekte sogar noch stärker: Der Anteil der Immobilien am Portfolio sank um 12,7 Prozentpunkte auf 17,8 Prozent. Die Kassenbestände stiegen im Gegenzug um 7,8 Prozentpunkte auf 27,4 Prozent. Meyer sagte, auch wenn die Umfragen nach Angaben der beteiligten Meinungsforscher repräsentativ seien, würde er aufgrund der geringen Grundgesamtheit der Millionäre die Aussagen zum Desinvestment in Immobilien nicht überbewerten. Es scheine aber „als Trend“ bei Millionären durchaus eine größere Vorsicht gegenüber Immobilien zu geben als früher.

Größere Anteile als früher an den Portfolios der Millionäre haben der Untersuchung zufolge alternative Investments, dazu zählen strukturierte Produkte, Hedgefonds, Derivate, Fremdwährungen, Rohstoffe und Private Equity. „Gerade bei den ganz Reichen hat Private Equity an Bedeutung gewonnen“, sagte Meyer.

Eine Besonderheit gebe es in Lateinamerika: Dort habe man es mit relativ vielen jungen Millionären zu tun. Diese setzten mehr auf Aktien als frühere Generationen. Nicht zuletzt deshalb habe der Aktienanteil dort gegen den Trend um 12 Prozentpunkte zugelegt – auf immerhin 32,7 Prozent.

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