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3000 Aktionäre erwartet : Die Telekom-Hauptversammlung wackelt

Die Hauptversammlung der Deutschen Telekom im vergangenen Jahr. Das Coronavirus könnte zu einem Ausfall des Aktionärstreffen führen. Bild: dpa

Die neue Corona-Lage macht das Aktionärstreffen schwierig. Noch hält das Unternehmen an seinem Termin fest.

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          Die verschärfte Vorgehensweise bei Großveranstaltungen setzt die Deutsche Telekom mit ihrem Hauptversammlungstermin am 26. März unter besonderen Zugzwang. „Von der Deutschen Telekom wird eine Signalwirkung ausgehen“, sagte Staffan Illert, Partner bei der Anwaltskanzlei Linklaters. In Nordrhein-Westfalen ist von den Behörden die Vorgabe gemacht worden, dass Großveranstaltungen ab 1000 Teilnehmern abgesagt werden sollen.

          Inken Schönauer

          Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Eine Hauptversammlung der Deutschen Telekom wird normalerweise von über 3000 Aktionären besucht, die sich in einem geschlossenen Raum treffen. Die Telekom hält noch an ihrem Termin fest. „Die Entwicklung der Situation und die Empfehlungen der Gesundheitsbehörden werden berücksichtigt“, hieß es bisher. Nun werde geprüft, „was die neueste Entwicklung für die Durchführung der HV bedeutet“, so die neue Sprachregelung bei der Telekom.

          Daimler mit nächster Hauptversammlung

          Beim Autohersteller Daimler dürften die Aussagen aus Bonn sehr genau verfolgt werden. Die Daimler-HV soll eigentlich am 1. April stattfinden. „Wir stehen in Kontakt mit den zuständigen Behörden und beobachten die Situation aufmerksam.“ Hauptversammlungen müssen nach dem Gesetz acht Monate nach dem Ende eines Geschäftsjahres stattfinden.

          Linklater-Partner Illert rät allen Unternehmen mit den nun anstehenden Hauptversammlungen dazu, ihre Planungen eng mit den Behörden abzustimmen. „Möglicherweise lassen sich Gelegenheiten schaffen, Versammlungen zu entzerren und das Risiko einer Ansteckung zu reduzieren.“ Eine Hauptversammlung rein virtuell im Internet stattfinden zu lassen ist rechtlich in Deutschland nicht möglich. „Hauptversammlungen sind Präsenzveranstaltungen“, sagt Illert. Bei der Hauptversammlung hätten Vorstand, Aufsichtsrat und ein Notar anwesend zu sein.

          Heikles Thema Dividende

          „Es müssen keine Aktionäre kommen, aber sie müssen die Möglichkeit zur Teilnahme haben.“, sagt Illert. Ein besonders heikles Thema ist die Dividende. Sie kann erst nach einem Hauptversammlungsbeschluss an die Aktionäre ausgezahlt werden. Wäre es sogar möglich, die eigentlich schon bekannt gemachte Dividende nochmal zu verändern, wenn die Hauptversammlung erst in ein paar Monaten stattfindet? „Das wäre theoretisch möglich“, sagt der Anwalt. „Relevant ist der Beschluss zur Gewinnverwendung auf der Hauptversammlung.“ Auch Kapitalmaßnahmen werden auf der Hauptversammlung beschlossen, auch sie würden bei einer Verschiebung auf Eis gelegt.

          Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) gab Anteilseigen unterdessen den Ratschlag, dass sie ihre Aktionärsrechte wahrnehmen, auch wenn sie die Hauptversammlung nicht besuchen wollen. Dies könne über eine einfache Übertragung der Stimmrechte an einen Dritten oder – wo angeboten – über eine Briefwahl oder eine Onlineteilnahme erfolgen. „Das Aktienrecht sieht zahlreiche Optionen vor, Aktionärsrechte auch ohne physische Präsenz wahrnehmen zu können“, heißt es bei der DSW. Es liege an den Unternehmen, diese Optionen anzubieten und an den Aktionären, diese zu ihrem eigenen Schutz zu unterstützen.

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