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Rezessionsangst : Sorgen um Konjunktur sind übertrieben

Container für den internationalen Handel Bild: dpa

Wird die wirtschaftliche Situation in Europa jetzt so bedrohlich, dass eine kräftige geldpolitische Reaktion notwendig wird? Daran kann man Zweifel haben.

          Wird die wirtschaftliche Situation in Europa jetzt so bedrohlich, dass eine kräftige geldpolitische Reaktion notwendig wird? Daran kann man Zweifel haben. Tatsächlich trübt sich die Konjunktur ein. Der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China sorgt für eine allgemeine Verunsicherung, das zeigen nicht zuletzt die starken Schwankungen an den Aktienmärkten.

          Die Rolle Chinas wird von vielen Ökonomen – nicht nur in der Commerzbank – neu überdacht. Das alles wird man im Auge behalten müssen. Doch auch wenn die Konjunktur in Europa sich unbestritten verschlechtert, steht bislang jedenfalls keine fundamentale Rezession ins Haus, und die Abweichung der aktuellen Inflationsrate vom Inflationsziel der Europäischen Zentralbank ist nicht so dramatisch, dass sie eine kräftige geldpolitische Reaktion dringend erforderte.

          Die Europäische Zentralbank sollte das ruhig abwägen. Immerhin sind die Einlagenzinsen für Banken schon jetzt im Minus, und das letzte Anleihekaufprogramm ist kaum verdaut. Ein umfangreiches Lockerungspaket, wie viele Banken es jetzt von den EZB für September oder Oktober erwarten, will da zumindest wohlüberlegt sein.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

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