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Chef von Universal-Investment : „Es ist ein Massen- und Skalengeschäft“

  • -Aktualisiert am

Michael Reinhard, CEO von Universal-Investment Bild: Unternehmen

Die bei Verbrauchern unbekannte Kapitalverwaltung Universal-Investment spielt eine wichtige Rolle für den Finanzmarkt – und wächst stark, weil viele institutionelle Anleger Vermögen und Dienstleistungen auslagern.

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          Es ist einer der größten Aufträge, die je in der deutschen Investmentbranche vergeben wurden: Die Privatbank Metzler lagert administrative Dienste für etwa 300 Fonds ihrer Tochter Metzler Asset Management im Volumen von 56 Milliarden Euro an die Investmentgesellschaft Universal-Investment aus. Der Dienstleister berechnet künftig unter anderem die Preise der Publikums- und Spezialfonds von Metzler und kümmert sich um das gesetzliche Meldewesen.

          Mark Fehr

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Großtransaktion wirft ein Licht auf ein Unternehmen, das eine große Rolle für den Finanzmarkt spielt, aber nur den Profis bekannt ist. Bei Universal-Investment handelt es sich um die größte unabhängige Kapitalverwaltungsgesellschaft im deutschsprachigen Raum, die 750 Mitarbeiter beschäftigt und Vermögen im Umfang von 477 Milliarden Euro verwaltet. Davon befinden sich 369 Milliarden Euro in mehr als 1400 Publikums- und Spezialfonds, die Universal-Investment für institutionelle Anleger und Fondsinitiatoren wie Vermögensverwalter aufgelegt hat.

          Zu den Kunden gehören etwa die Bayerische Versorgungskammer oder die Berenberg Bank. Zudem übernimmt das Unternehmen auch Dienstleistungen für andere Finanzunternehmen mit einem Volumen von 111 Milliarden Euro. Der neueste Auftrag kam nun aus dem Hause Metzler. „Der Trend in der Investmentbranche zur Spezialisierung entweder auf Asset Management oder Administration hält weiter an“, sagt Michael Reinhard, Vorstandschef von Universal-Investment. „Es ist ein Massen- und Skalengeschäft“, sagte er im Gespräch mit der F.A.Z. Die Auftraggeber von Universal-Investment können sich dank des Spezialisten auf ihre Kernaufgaben konzentrieren und sich besser um ihre eigenen Kunden kümmern. Universal-Investment tritt gegenüber Endkunden nicht als Marke auf.

          Plattformen, die Vermögen institutioneller Investoren verwalten oder für die Abwicklung administrativer Aufgaben beauftragt werden, liefern sich einen harten Wettbewerb. Auch die immer strengeren Finanzmarktregeln steigern die Kosten, so dass sich das Geschäft nur noch lohnt, wenn immer größere Volumina verwaltet werden. So hat Universal-Investment das administrierte Vermögen seit 2009 in etwa vervierfacht.

          Wegen der Niedrigzinsen lagern immer mehr institutionelle Investoren ihre Anlagen an Plattformen aus und binden Spezialisten etwa für alternative Anlagen wie Unternehmensbeteiligungen ein. So fallen auch immer mehr Aufträge für Investmentgesellschaften ab. Universal-Investment ist eines der wenigen Unternehmen in der Branche, das keiner Bank oder Versicherung gehört. Diese Unabhängigkeit spielt für viele Kunden eine entscheidende Rolle, denn sie vermeidet Interessenkonflikte.

          Universal-Investment gehört dem Finanzinvestor Montagu. Der hat die Kapitalverwaltungsgesellschaft im Jahr 2017 der Berenberg Bank und dem Bankhaus Lampe abgekauft. Finanzinvestoren wie Montagu übernehmen in der Regel für einige Jahre die Kontrolle über Unternehmen, um diese später mit Gewinn an andere Investoren zu verkaufen oder an die Börse zu bringen. Einverstanden ist Montagu mit den laut Reinhard vom Management festgelegten vier Zielen.

          So will Universal-Investment organisch wachsen, also in bestehenden Geschäften und Märkten neue Kunden und zusätzliche Aufträge gewinnen. Zudem sollen vielversprechende internationale Märkte erschlossen werden, zum Beispiel in Skandinavien oder über eine eigene Plattform in Irland. Hinzu kommen strategische Übernahmen. Auf dem Weg in die Zukunft arbeitet Universal-Investment auch an der Digitalisierung, die das Geschäft von Kapitalverwaltern deutlich verändern wird.

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