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Börsenwoche : Die Nervosität nimmt zu

Börsenparkett an der Wall Street in New York: Die Notenbank Fed warnt vor Überschwang. Bild: dpa

Die Aktienmärkte halten ihre hohen Kursniveaus. Doch die Inflationssorgen und die schwindende Phantasie für weitere Kursgewinne drücken die Stimmung.

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          Die zurückliegende Handelswoche ist zwischenzeitlich von nervösen Zuckungen der Anleger geprägt gewesen. Am Dienstag ging es für den Dax um 2,5 Prozent nach unten, nachdem die amerikanische Finanzministerin Janet Yellen eine Zinserhöhung im Kampf gegen eine Überhitzung der Wirtschaft ins Spiel gebracht hatte. Als ehemalige Präsidentin der Notenbank Fed muss sie sich über die Reichweite ihrer Aussage bewusst gewesen sein. Eine zu kräftige Erholung nach einem Abklingen der Pandemie schürt Inflationssorgen, zumal die Rohstoffpreise derzeit einen Rekord nach dem anderen markieren und wichtige Vorprodukte wie zum Beispiel Halbleiter oder Baumaterialien knapp werden.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Sorgen über einen Preisschub bewegen derzeit die Märkte – auch deshalb, weil die Phantasie für weitere Kurssteigerungen schwindet. Daran ändert auch der eher schwach ausgefallene Bericht vom amerikanischen Arbeitsmarkt nichts. Das Erholungszenario ist längst eingepreist, nun bewegen sich die Anleger auf einer Höhe, die bei manchen Schwindelgefühle hervorruft. Eine nervöse Zuckung gab es auch am Donnerstag, als die Aktienkurse der Impfstoffhersteller deutlich nach unten rauschten. Den Anstoß hatte der amerikanische Präsident Joe Biden gegeben, als er über eine Lockerung des Patentschutzes für Impfstoffe nachdachte, um ärmeren Ländern einen schnelleren Zugang zu ermöglichen.

          Die Corona-Katastrophe in Indien führt deutlich vor Augen, dass das Coronavirus nur dann wirklich besiegt werden kann, wenn auch ausreichend Impfstoff für die Bevölkerung in den ärmeren Entwicklungsländern bereitgestellt werden kann. Ansonsten könnten immer wieder neue Mutanten auch die Industrieländer vor große Probleme stellen. Die Diskussion um den Patentschutz verdeutlicht auch, wie die Pandemie weiterhin die wirtschaftliche Entwicklung gefährden kann.

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          Vor diesem Hintergrund ist es fast schon erfreulich, dass die Aktienmärkte die hohen Kursniveaus behaupten konnten. Der Dax bewegt sich noch immer deutlich über der Marke von 15.000 Punkten. Er hat im bisherigen Jahresverlauf um 12 Prozent zulegt. Wer sein Weihnachtsgeld in einen auf den Dax lautenden Indexfonds (ETF) angelegt hat, kann also zufrieden sein. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte markierte ein neues Rekordhoch. Am amerikanischen Markt, den einige Investoren angesichts der Hausse der Technologiewerte für überbewertet halten, gelten die Hoffnungen dem konjunkturellen Aufschwung im zweiten Halbjahr.

          Doch mehren sich auch innerhalb der Fed die warnenden Stimmen. „Die Investoren sind überschwänglich und erwarten einen starken Aufschwung“, erklärte Fed-Gouverneurin Lael Brainard. Allerdings haben die Notenbanken mit ihrer Niedrigzinspolitik zu diesem Übermut beigetragen. Alternativen zur Aktie bleiben rar.

          Und die Europäische Zentralbank (EZB) steht weiterhin Gewehr bei Fuß: Als die Inflationssorgen die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe am Montag auf das Zwölfmonatshoch von minus 0,163 Prozent trieben, sollen nach Angaben aus Bankenkreisen die verstärkten Käufe der EZB und der ihr angeschlossenen Notenbanken die Rendite danach wieder unterhalb von minus 0,2 Prozent gedrückt haben.

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