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Geldpolitik : Die nächsten Schritte der EZB könnten schwieriger werden

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat für den 15. Dezember weitere Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. Bild: Reuters

EZB-Präsidentin Lagarde spricht über die Herausforderungen für die Notenbank angesichts der „außergewöhnlichen Unsicherheit“. Ihr Chefvolkswirt Lane hingegen erklärt, warum die Zinserhöhungen der Notenbank so langsam wirken.

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          Die einfachen Schritte sind gemacht – die nächsten könnten in der Europäischen Zentralbank (EZB) für mehr Diskussionen sorgen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hob in dem Zusammenhang am Freitag auf einer Konferenz in Bangkok die Notwendigkeit hervor, dass angesichts der „außergewöhnlichen Unsicherheit“ die Inflationserwartungen der Menschen verankert blieben.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Wir Zentralbanker müssen angesichts dieser Unsicherheit tatsächlich eine Geldpolitik umsetzen, die die Erwartungen verankert, damit diese Erwartungen am Ziel von 2 Prozent festgemacht bleiben“, sagte Lagarde.

          „Wir müssen der Öffentlichkeit, den Beobachtern und den Kommentatoren signalisieren, dass die Inflation in allen Szenarien rechtzeitig zu unserem mittelfristigen Ziel zurückkehrt“, sagte die EZB-Präsidentin. „Das ist das Beste, was wir im aktuellen Umfeld tun können.”

          EZB-Chefvolkswirt Philip Lane wies unterdessen daraufhin, dass es einige Zeit dauern werde, bis der eingeleitete Zinserhöhungskurs der Währungshüter in der Wirtschaft seine volle Wirkung entfalte. Der Anleihemarkt reagiere relativ schnell, erläuterte Lane bei einer Präsentation in Florenz. „Es gibt im Kern sehr schnell eine Eins-zu-Eins-Reaktion am Anleihemarkt“, sagte der Chefvolkswirt der Notenbank.

          Bei den Kreditzinsen dauere es dagegen ein Jahr. In drei Monaten spiegele sich etwa die Hälfte eines geldpolitischen Schrittes in den Kreditzinsen wider, in sechs Monaten etwa 80 Prozent. Etwa ein Jahr brauche es, bis dort der Schritt komplett angekommen sei.

          „Wir dürfen nicht erwarten, dass die Geldpolitik sich sofort auf die Finanzierungsbedingungen auswirkt“, sagte Lane. Die Geldpolitik bewirke aber, dass sich mit der Zeit die Finanzierungsbedingungen hinreichend verschärften, die Nachfrage gedämpft werde und sich der Preisdruck abschwäche.

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