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Neuer Börsenrekord : Das wertvollste Unternehmen der Welt

Jeff Bezos hat Amazon im Jahr 1994 gegründet. Bild: dpa

Ist Amazon bald eine Billion Dollar wert? Nach guten Geschäftszahlen glauben das manche Profis. In jedem Fall hat der Konzern von Jeff Bezos gegenüber einem anderen aufgeholt.

          Führt der reichste Mann der Welt demnächst auch das wertvollste Unternehmen des Planeten? Jeff Bezos, der den Onlinehändler Amazon gründete, besitzt derzeit 126 Milliarden Dollar, geht aus der Milliardärs-Rangliste hervor, die der Finanzdienst Bloomberg regelmäßig ermittelt. Den wesentlichen Anteil davon macht seine große Beteiligung an Amazon aus – Bezos gehören mehr als 16 Prozent der Anteile, er ist nach wie vor der größte Einzelaktionär des Weltkonzerns und zwar mit großem Abstand.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Manch einer hält nun für möglich, dass Bezos mit seiner Idee den nächsten Rekord bricht: Wird Amazon das erste Unternehmen überhaupt sein, dass an der Börse mehr wert ist als 1 Billion Dollar (ausgeschrieben 1.000.000.000.000 Dollar)? Nach den nun vorgelegten Geschäftszahlen für die ersten drei Monate dieses Jahres hegt mancher professionelle Marktbeobachter genau diese Ansicht.

          Brian White, der Amazon für das amerikanische Analysehaus Monness, Crespi, Hardt & Co beobachtet, hat sein Aktienkursziel nun von 2000 auf 2200 Dollar herauf gesetzt. Wenn der Kurs diesen Wert tatsächlich erreicht, wäre Amazon 1,067 Billionen Dollar wert an der Börse. Und auch die Analysten der Geldhäuser Stifel und Macquarie erwarten nun, dass Amazon diese Marke überschreiten wird.

          Sorgen um das iPhone

          Der Optimismus speist sich aus den Geschäftsergebnissen Amazons. Das Unternehmen hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres seinen Gewinn verdoppelt auf 1,6 Milliarden Dollar. Gerechnet auf eine Aktie ergibt sich ein Wert von 3,27 Dollar – ein hoher Wert angesichts der durchschnittlich von Analysten vorher gesagten 1,26 Dollar. Kein Wunder, dass der Aktienkurs infolgedessen vorübergehend um mehr als 7 Prozent zulegte.

          Insgesamt halten die Anleger den Onlinehändler, dessen Cloud-Geschäft immer wichtiger wird, derzeit für 765 Milliarden Dollar wert. Der Weg zur Billionen-Marke ist damit noch weit. Einerseits.

          Andererseits hat sich der Abstand zum bisher teuersten börsennotierten Konzern verringert: Der Handyhersteller Apple ist an der Börse 820 Milliarden Dollar schwer – der Tech-Konzern Alphabet (Google) hingegen liegt mit 716 Milliarden Dollar mittlerweile hinter Bezos' Unternehmen.

          Und auch die Tendenzen sind gegenläufig, denn: Apple hatte im vergangenen Jahr bereits die Marke von 900 Milliarden Dollar überwunden (eine Summe, für die übrigens ziemlich viele Dax-Unternehmen gekauft werden könnten). Damals sagten Marktbeobachter schon für Apple voraus, es werde als nächstes die Billionen-Marke überwinden.

          Allerdings kam es bekanntlich anders. Grund dafür ist vor allem die gestiegene Sorge um das neue und teuerste Modell aus der Handy-Reihe, das iPhone X. Apple verdient an dem Gerät zwar sehr gut, wenn es um den Vergleich von Herstellungskosten und Verkaufspreis geht. Jedoch ist die Nachfrage offenkundig schwächer als Apple-Beobachter zunächst vermuteten, sogar Gerüchte machen die Runde, Apple werde dieses Gerät merklich überarbeiten oder gar ganz einstellen.

          Neue Gewissheit darüber wird es übrigens am kommenden Dienstagabend geben. Dann legt Apple die Geschäftsergebnisse für das erste Quartal vor. Vielleicht vergrößert sich infolgedessen der Abstand zu Amazon auch wieder. Ziemlich sicher ist aber: Amazon-Gründer Bezos wird auch dann noch der reichste Mensch der Welt sein.

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