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Milliardenbewertung : N26 ist das wertvollste Start-up Deutschlands

Valentin Stalf gründete die Onlinebank N26 und ist heute ihr CEO. Bild: dpa

Die Internetbank ist nun mit 3,5 Milliarden Dollar bewertet. Die Ziele bleiben dabei ehrgeizig: 50 Millionen Kunden und vielleicht schon bald ein Börsengang.

          Die Internetbank N26 hat den nächsten großen Wachstumsschritt gemacht: Durch die Ausweitung einer Finanzierungsrunde hat sie weitere 170 Millionen Dollar eingenommen. Damit hat N26 bis heute fast 670 Millionen Dollar eingesammelt und die Unternehmensbewertung ist somit auf 3,5 Milliarden Dollar gestiegen. Es ist damit das höchstbewertete deutsche Start-up und gehört zu den zehn wertvollsten Fintechs der Welt. „Unsere Bewertung spiegelt wider, dass zahlreiche Investoren daran glauben, dass wir die Chance haben, Retailbanking über die nächsten Jahre nachhaltig zu verändern“, sagt Valentin Stalf, der Gründer und Chef von N26, selbstbewusst. 

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dabei sei es nicht einmal geplant gewesen, die Finanzierungsrunde auszuweiten, wie Stalf sagt. Doch viele externe Investoren seien auf N26 zugekommen, so dass man selbst noch einmal nachgedacht habe, mehr Geld entgegenzunehmen. Doch statt für neue Partner von außen habe man sich dann für die Investoren entschieden, die schon an N26 beteiligt sind: „Wir haben alle Investoren an Bord halten können, die sich bereits an der Finanzierungsrunde im Januar beteiligt haben“, sagt Stalf. Die Liste der Geldgeber liest sich dann auch wie das „Who is Who“ der Wagniskapitalgeber. Dazu gehören zum Beispiel Insight Venture Partners, die hierzulande Hello Fresh mitfinanziert haben. Auch GIC, der Staatsfonds Singapurs, ist mit von der Partie, genauso wie der chinesische Internetkonzern Tencent, der mit der Kommunikationsplattform Wechat in China außerordentlich erfolgreich ist. Auch der Versicherungskonzern Allianz hat wieder investiert, genau so wie Peter Thiel, der Mitgründer des Bezahldiensts Paypal.

          Die weiteren Mittel möchte N26 vor allem dazu nutzen, weiter zu expandieren. Nach dem Start in den Vereinigten Staaten in der vergangenen Woche soll im nächsten Jahr der Schritt nach Brasilien folgen. Die Rückmeldungen aus den Vereinigten Staaten seien bisher sehr positiv, besonders die Kostentransparenz von N26 werde geschätzt. Brasilien als nächstes Ziel sei dagegen einer der Märkte, an denen ein Bankkonto für die Kunden sehr teuer sei. Hier sieht N26-Gründer Stalf daher großes Wachstumspotential mit seinem Gratiskonto. Die Ziele sind ehrgeizig, so möchte die Internetbank in den nächsten Jahren mehr als 50 Millionen Kunden auf der ganzen Welt haben. Aktuell sind es 3,5 Millionen Kunden in 25 Ländern. Dazu sollen dann auch noch mehr Mitarbeiter angestellt werden. Mittlerweile arbeiten 1300 Mitarbeiter an den Standorten in Berlin, Wien, Barcelona, New York und Sao Paulo. 

          In den nächsten Monaten ist nun erst einmal keine neue Finanzierungsrunde geplant – mit einer Einschränkung: „Wir schauen immer, ob wir Investoren finden, die unsere Vision des Retailbankings von morgen teilen. Wenn wir die richtigen Investoren finden, können wir uns auch künftige Kapitalerhöhungen vorstellen“, sagt Stalf. Ein Börsengang bleibt für N26 in den nächsten Jahren ein Thema: „Wir würden das liebend gern machen“, sagt Stalf. Ein realistisches Zeitfenster sei dafür in den nächsten drei bis fünf Jahren. Es könne aber noch länger dauern, je nachdem wie sich das Marktumfeld entwickelt, gibt Stalf zu bedenken. 

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