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Kapitalmarkt : Die heikle Jagd nach Aktien mit hohen Dividenden

Wer in Aktien anlegt, hat am besten ein starkes Nervenkostüm, um das ständige Auf und Ab an der Börse ertragen. Bild: Getty

Mancher Anleger ist ein „Dividendenjäger“ und setzt auf Ausschüttung um jeden Preis. Der Finanzanalytiker Volker Looman erklärt, warum das nervenaufreibend sein kann, und wo „faule Indexianer“ besser fahren.

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          Die negativen Erträge sicherer Anleihen haben regelrechte Treibjagden auf Aktien mit Dividenden ausgelöst. Was früher die Pfandbriefe mit jährlichen Coupons von 5 Prozent waren, sind heute die Aktien von BMW oder der Telekom mit Dividenden von 5 Prozent pro Jahr. Die Erträge mögen gleich hoch sein, doch bei genauem Hinsehen wird deutlich, dass der Vergleich wegen der unterschiedlichen Fundamente gewagt ist. Daher gehe ich noch einen Schritt weiter. Das Verlangen nach „dividendenstarken“ Aktien birgt die Gefahr in sich, böse auf die Nase zu fallen. Darf ich Ihnen meine Bedenken am Beispiel eines Ruheständlers erläutern, der auf konstante Erträge angewiesen ist, um seine Rente aufbessern zu können?

          Volker Looman
          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Der Mann ist 67 Jahre alt und seit zwei Jahren im Ruhestand. Er lebt in einem schuldenfreien Eigenheim, das 500.000 Euro wert ist. Die monatlichen Renten betragen 2.500 Euro. Der Kapitalwert dieser Bezüge liegt bei einer Zahlungsdauer von 18 Jahren und einem Zinssatz von 3 Prozent bei 418.000 Euro. Abgerundet wird das Vermögen durch ein Depot, das aus Bargeld, Anleihen und Aktien besteht und 600.000 Euro wert ist. Kurzum: Wir haben es mit einem „kleinen“ Millionär zu tun, über die ich immer wieder berichte, weil diese Menschen wegen ihrer „kargen“ Renten eher den Eindruck haben, arme Kirchenmäuse zu sein.

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