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400 Tonnen Gold gekauft : Die Gold-Tricks der Notenbanken

Goldschätze: Viele Notenbanken nutzen für ihre Reserven große Goldbarren zu 12,5 Kilogramm. Bild: dpa

Ihre Zinserhöhungen in aller Welt drücken den Goldpreis. Ausgerechnet von ihnen nutzen viele das strategisch für günstige Goldkäufe – und zwar in einem rekordverdächtigen Umfang.

          3 Min.

          Goldanleger sind auf die Notenbanken nicht gut zu sprechen. Seit diese in vielen Teilen der Welt die Zinsen anheben, entwickelt sich der Goldpreis ziemlich schwach: Die globale Zinswende schadet dem zinslosen Gold. Von mehr als 2000 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) im März ist der Preis auf rund 1650 Dollar gefallen und dümpelt da vor sich hin. Und das, obwohl die außergewöhnlich hohe Inflation in vielen Ländern und die Sorgen um Folgen des Ukrainekriegs eigentlich der Krisenwährung Gold zugute kommen müssten. Aber jedes Mal, wenn eine beunruhigende politische Nachricht den Goldpreis wieder ein klein wenig steigen lässt, lässt ihn bald darauf eine Nachricht über Zinserhöhungen wieder fallen.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bemerkenswert dabei: Die Notenbanken, die für all das verantwortlich sind, kaufen im Augenblick selbst viel Gold. Das geht aus Zahlen der Branchenorganisation World Gold Council (WGC) hervor, die auf einer Kombination aus offiziell gemeldeten Werten und Schätzungen für Goldkäufe beruhen. Demnach haben die Notenbanken in aller Welt im dritten Quartal 2022 bis September stolze 399,3 Tonnen Gold gekauft. Das war eine Steigerung gegenüber dem Vorjahresquartal um mehr als 300 Prozent – und ein Anstieg gegenüber dem Vorquartal um immerhin 115 Prozent.

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