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Deutsche Börse : Keine Zockerbude

  • -Aktualisiert am

Die Deutsche Börse entschleunigt ihren Handel. Dies ist kein Rückschritt in nostalgische Zeiten, sondern ein Gebot der Stunde.

          Die Börse ist nicht in erster Linie eine Spielwiese für Zocker im Millisekundentakt. Daher ist es ein wichtiges Signal der Deutschen Börse, dass sie gegen die Meinung ihrer sehr wichtigen Kunden, der Hochfrequenzhändler, eine Maßnahme zur Verlangsamung des Handels plant. Künftig soll es eine Millisekunde mehr Zeit geben, um technologisch nicht bis in die allerletzten Kabelstränge hochgerüsteten Teilnehmern fairere Handelsbedingungen zu ermöglichen.

          Das ist kein Rückschritt in die nostalgischen Zeiten vor Einführung des elektronischen Handels. Es ist ein Gebot der Vernunft, wenn die Börse in erster Linie der Platz sein soll, an dem Versicherer, Fondsgesellschaften, Pensionskassen und Privatanleger ihr Geld für die Altersvorsorge vernünftig aufgehoben wissen wollen. Hochfrequenzhändler tragen ihren Teil dazu bei. Sie nutzen Ungereimtheiten aus und sorgen so für bessere Preise an den Märkten.

          Ein Streben nur nach Geschwindigkeit, bei dem die Marktqualität für alle anderen leidet, leistet indes nur dem Vorurteil Vorschub, an den Börsen passiere eine wilde Zockerei, bei der Normalanleger auf der Strecke bleiben. Die Börse tut daher gut daran, ein wenig auf die Bremse zu treten.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

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