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Wirtschaftsrecht : Die CSU will den gebeutelten Sparern helfen

  • -Aktualisiert am

Bild: mauritius images / Reinhard Eise

Die langfristige Anlage in Aktien oder Anleihen will die CSU steuerlich fördern und vom Nullzins geplagte Sparer von Kontogebühren entlasten.

          3 Min.

          Die Bundestagsabgeordneten der CSU wollen Sparer und Anleger entlasten sowie die private Einkommensteuererklärung erleichtern. Das geht aus einem Papier der CSU-Landesgruppe hervor, das am Donnerstag bekanntgeworden ist. Die Parlamentarier fordern demnach unter anderem kostenlose Basiskonten für jeden Verbraucher, eine Spekulationsfrist für private Aktiengeschäfte sowie eine vereinfachte Steuererklärung per Mausklick. Die CSU-Politiker machen sich auch für eine staatliche Innovationsanleihe stark, die Jungunternehmen zugutekommen soll, und fordern eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags für alle Steuerpflichtigen. Zudem sprechen sie sich gegen eine Wiedereinführung der Vermögensteuer aus. Der Bund der Steuerzahler Deutschland begrüßt viele der Forderungen, ohne sich allerdings zu Details zu äußern. „Kompletter Soli-Abbau für alle, Sparer entlasten, Vermögensteuer verhindern – das sind sinnvolle Vorschläge, für die auch wir als Bund der Steuerzahler kämpfen“, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel.

          Mark Fehr

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Aus Sicht von Sparern und Anlegern günstig dürfte vor allem die Forderung sein, Gewinne aus dem Verkauf von Aktien oder Anleihen steuerfrei zu stellen, falls der Besitzer das Investment länger als fünf Jahre gehalten hat. Das hilft jenen, die langfristig in Wertpapiere anlegen, um etwa ihren Ruhestand finanziell abzusichern. Derzeit fällt eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Kirchensteuer auf den Kursgewinn an, sobald ein Anleger eine Aktie veräußert. Die Steuerpflicht greift grundsätzlich unabhängig davon, wie lang die Aktie schon im Depot lag. Vor Einführung der Abgeltungsteuer zum Steuerjahr 2009 galt schon einmal eine Spekulationsfrist, nach deren Ablauf Anleger Gewinne aus dem Verkauf von Aktien steuerfrei vereinnahmen konnten. Damals durften Steuerpflichtige die Nebenkosten für die Anschaffung und den Verkauf der Aktie vom Kursgewinn abziehen. Steuerfrei waren Gewinne nach Ablauf einer Spekulationsfrist von nur zwölf Monaten, also nach einem deutlich kürzeren Zeitraum, als ihn jetzt die CSU-Abgeordneten fordern. Für die gut zehn Millionen Bürger, die Aktien oder Aktienfonds besitzen, wäre der CSU-Vorschlag trotzdem eine deutliche Verbesserung.

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