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Scherbaums Börse : Apple sollte in keinem Depot fehlen

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Noch nicht so lange her: Steve Wozniak (links) und Steve Jobs, zwei der drei Apple-Gründer, auf einem Foto aus dem Jahr 1976 Bild: dpa

Der in einer Garage entstandene Technologiekonzern gehört für viele Menschen zum Alltag – so als wenn er schon immer da. Dabei feiert er im April erst sein 45. Jubiläum. Wer Apple-Aktionär ist, darf feiern. Wer es nicht ist, sollte es werden.

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          Das Unternehmen mit dem bekannten angebissenen Apfel im Firmenlogo hatte dieser Tage Geburtstag. Am 1. April 1976 gründeten Steve Wozniak, Steve Jobs und Ron Wayne eine Garagenfirma, um in das Geschäft mit Personalcomputern einzusteigen. Heute, 45 Jahre später, im Jahr 2021, ist aus dem Klein-Unternehmen von einst mit weniger als 2000 Dollar an Startkapital ein internationaler Zwei-Billionen-Konzern geworden.

          Apple ist für mich persönlich eines der schönsten Beispiele an der Börse, die zeigen, warum Anleger möglichst langfristig ein Aktien-Investment angehen sollten und sich damit die Chance auf Rendite für den eigenen Vermögensaufbau eröffnen.

          Egal, wann die Apple-Aktie in den vergangenen zehn Jahren gekauft wurde – die Position brachte die erhofften Kursgewinne. Wer vor zehn Jahren eingestiegen ist, konnte bis heute aus einer 10.000-Euro-Position mehr als 120.000 Euro machen. Auf Sicht von fünf Jahren wurden aus 10.000 Euro derweil eine Summe von 50.000 Euro.

          Gewisse Zweifel an der Wachstumskraft von Apple gab es derweil zuletzt vor zwei Jahren. Als Tim Cook im Frühjahr 2019 bei einer Präsentation sagte, der Apfel-Konzern wolle sich neu erfinden und unter anderem mit einem eigenen Streamingdienst Amazon und Netflix Marktanteile abnehmen, haben Aktienprofis den Kopf geschüttelt: Aus Apple einen Unterhaltungskonzern mit Spiele- und Nachrichtenangebot machen – das war kaum vorstellbar. Zwei Jahre später, ist Tim Cook schon ein großes Stück weiter gekommen. Das gilt auch für Aktionäre. Aus damaligen 10.000 Euro wurden in dieser Zeit mehr als 23.000 Euro.

          Perfekte Kundenbindung

          Aus dem erfolgreichen „iPhone-Konzern“ wird von Quartal zu Quartal mehr ein Allround-Hightech-Konzern mit eigenem Bezahldienst. Apple macht seit Jahren für Fans und Kunden gleichermaßen seine Hausaufgaben.

          Unser Autor Christoph Scherbaum ist Börsenfachmann und arbeitet als Finanzjournalist aus Ludwigsburg.
          Unser Autor Christoph Scherbaum ist Börsenfachmann und arbeitet als Finanzjournalist aus Ludwigsburg. : Bild: Christoph Scherbaum

          Das Ziel dabei ist es, die Kundenbindung zu perfektionieren. Wer einmal in die Apple-Welt eingetaucht ist, soll darin nicht nur bleiben, sondern diese bis zum Maximum ausnützen. Ein iPhone-Kunde soll möglichst einer sein, der die vielen anderen Apple-Produkte und Dienstleistungen wie MacBook, iPad, Apple Watch, AirPods, Apple Music und Apple Pay nutzt oder künftig nutzen soll.

          Als im September 2014 der Konzern die erste Generation seiner Smartwatch-Modellreihe präsentierte, mögen manche Manager aus der Schweizer Uhrenindustrie das vielleicht nicht so ernst genommen haben. Heute tun sie es – denn dass ein Technologiekonzern aus Kalifornien mit seinen Smartwatch-Stückzahlen einmal die gesamte ehrwürdige Schweizer Uhrenindustrie abhängen würde, hatte keiner Apple zugetraut.

          Apple hat mit der Apple Watch auch zum gewissen Teil eines erreicht, was Analysten immer wieder kritisiert hatten: die Abhängigkeit vom Umsatzbringer Nummer Eins, dem iPhone, zu verringern.

          Immer noch einen draufsetzen

          Während die iPhone-Umsätze in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau stagnierten, konnte Apple das Service-Geschäft mit iCloud, App Store, Apple Pay, Apple Music, iTunes und weiteren Diensten stark hochfahren und nicht zuletzt wird die Apple Watch immer entscheidender für den Umsatz und dessen Wachstum. Apple verfügt über den innovativen Geist, die Philosophie von Firmengründer Steve Jobs, immer wieder aufs Neue umzusetzen. Dieses nächste „one more thing“, das den Konzern weiter nach vorne bringt.

          Ein Apple-Fan, der zugleich auch Aktionär der Kalifornier ist, wird genau aus diesem Grund wohl kaum Aktien verkaufen und damit dem Konzern das Vertrauen entziehen. Warum auch. Apple ist schließlich Apple und nicht irgendein Unternehmen. Bei allen Absatz- und Umsatzrückgängen der vergangenen Jahre hat es Apple immer wieder geschafft „zurückzukommen“.

          Apple sollte in keinem Depot fehlen

          Seitens der Analysten wird die Apple-Aktie schon lange nicht mehr so gehypt, wie es noch vor zehn Jahren der Fall war. Aktuell stuft JPMorgan Apple auf  „Overweight“ mit einem Kursziel von 150 Dollar. Die UBS wiederum hat das Papier von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 115 auf 142 Dollar angehoben. Das erscheint beim aktuellen Kurs nicht unbedingt die große Kurschance zu sein.

          Doch vor dem Hintergrund, dass Apple nach wie vor unterm Strich in einem Quartal teilweise so viel Geld verdient, wie manch ein Dax-Unternehmen an Umsatz im ganzen Jahr macht und ein Anleger in den vergangenen zehn Jahren im Mittel mit der Aktie mehr als 25 Prozent pro Jahr an Gewinn machte, ist das Papier eigentlich schon ein „Must have“ für jedes langfristig ausgelegte Aktien-Depot. 

          APPLE

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          Der amerikanische Star-Investor Warren Buffett sieht das zumindest so. Laut dem jährlichen Aktionärsbrief von Berkshire Hathaway hält die Gesellschaft inzwischen Apple-Aktien im Wert von mehr als 120 Milliarden Dollar.

          Apple dürfte auch in der Zukunft noch einiges für seine Fans und Aktionäre auf Lager haben. Da wären beispielsweise die sich haltenden Gerüchte um einen möglichen Einstieg in das Automobilgeschäft, was laut vieler Analysten noch nicht im Aktienkurs enthalten ist. Ebenso dürfte der im August 2020 durchgeführte Aktiensplit nicht der letzte gewesen sein.

          Immer wieder in der Unternehmensgeschichte griff Apple zu diesem Instrument, um das „heiß gelaufene“ Papier optisch wieder etwas günstiger erscheinen zu lassen. Man muss Apple-Produkte nicht mögen, aber über eine Aktien-Position im eigenen Depot sollte man sich Gedanken machen – wenn noch keine vorhanden ist.

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