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Tesla-Aktie : So wetten Sie gegen Elon Musk

Magier der Märkte: Tesla-Chef Elon Musk Bild: Reuters

Daimler macht mehr Gewinn, verkauft mehr Autos und ist an den Börsen dennoch ein Zwerg gegenüber Tesla. Das muss nicht so bleiben.

          2 Min.

          Tesla ist an der Börse derzeit etwa 550 Milliarden Euro wert. Schon der erste Blick zeigt: Das ist ziemlich viel. Der zweite Blick macht es nicht besser. Er zeigt einen Umsatz im ersten Quartal von 10 Milliarden Dollar und einen Gewinn von gut 400 Millionen mit etwa 184 000 verkauften Autos. Der dritte Blick geht auf Daimler. Der Umsatz im ersten Quartal war fünfmal so hoch wie der von Tesla, die Zahl der verkauften Autos viermal so hoch und der Gewinn zehnmal so hoch. Also müsste Daimler an der Börse, bleiben wir mal konservativ, mit 2200 Milliarden Euro bewertet werden. Faktor vier gegenüber Tesla. Oder progressiv mit 5500 Milliarden Euro, dem Zehnfachen. Der nächste Blick geht in den Kursteil der F.A.Z. und zeigt einen Börsenwert von 80 Milliarden Euro. Das ist natürlich kein Druckfehler.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Aber ein Denkfehler der Märkte? Wieso sollte für Tesla ein siebenfacher Börsenwert bei nur einem Zehntel des Gewinns gerechtfertigt sein? Ja, an der Börse wird die Zukunft gehandelt, aber Daimler hat gerade auch ein ganz schickes Elektroauto vorgestellt. Wer sagt denn, dass nur Tesla mit Elektroautos richtig Geld verdienen wird?

          Sind die Märkte einfach zu blöd?

          Als Anleger stellt sich die Frage, ob die Märkte einfach zu blöd sind, die Daimler-Perspektiven richtig einzuschätzen, oder ob sie sich bei Tesla total verschätzen. Beide Positionen lassen sich in konkrete Anlageentscheidungen umsetzen. Wir wollen uns hier auf die Tesla-ist-zu-teuer-Fraktion konzentrieren, denn Aktien von Daimler, BMW und VW kann sich ja jeder ins Depot legen. Aber so einen richtig schönen Tesla Turbo Short Unlimited Knock-out, den hat nicht jeder. Das ist nicht ausgedacht, so heißen die Dinger wirklich. Und ganz allein ist man damit auch nicht. „Tesla ist ein sehr beliebter Short“, heißt es von den Banken.

          Das soll uns jetzt nicht weiter abhalten, im Gegenteil, nur mit vereinten Kräften kann es schließlich gelingen, den Magier der Märkte, der Elon Musk zweifellos noch ist, in die Knie zu zwingen. Betrachten wir also unsere Waffe etwas näher. Sie lässt sich durch die Wertpapierkennnummer PF6XFM eindeutig identifizieren. Aus Anlegersicht hat sie gewissen Charme, weil sie relativ einfach zu verstehen ist: Bricht der Aktienkurs von Tesla – und das ist es ja, was wir erwarten – um 10 Prozent ein, gewinnt unser Turbo-Short 50 Prozent. Bei 20 Prozent sind es schon 100, und wenn Tesla gar auf das jämmerliche Daimler-Niveau abrutscht, gewinnt unsere Geheimwaffe 427 Prozent! Das ausgesuchte Produkt hat den Hebel 5.

          Bild: F.A.S.

          An dieser Stelle sollte nicht verschwiegen werden, dass der auch in die andere Richtung funktioniert. Gewinnt das Musk-Imperium weitere 10 Prozent an Wert, sind wir die Hälfte unseres Einsatzes los. Immerhin endet das Spektakel nach 20 Prozent Kursanstieg für uns mit einem Totalverlust. Nur ein „Erinnerungswert“ von einem Zehntel Cent verbleibt im Depot, den wir verschämt beim Steuerberater als kleines Abenteuer steuermindernd geltend machen können. Mehr als der Totalverlust geht in diesem Beispiel nicht, wir werden einfach ausgeknockt bei einem festgelegten Tesla-Kurs von aktuell 828 Dollar.

          Der Aufwärtstrend scheint gebrochen

          Die Banken setzen unseren Angriff auf Tesla durch einen Leerverkauf der Tesla-Aktien um. Mehr als 100 solcher Turbo-Shorts auf Tesla bietet allein die BNP an, dazu mehr als 1000 Put-Optionsscheine, die ein bisschen komplizierter sind, aber auch von fallenden Kursen profitieren. Viele andere Banken haben Tausende weitere solcher Papiere.

          Der Tesla-Aktienkurs hat gegenüber seinem Hoch schon kräftig Federn gelassen, sich aber auch immer wieder erholt. Die Analyse des Kurscharts könnte ergeben: Der Aufwärtstrend ist gebrochen. So eine Aktie ist angeschlagen. Vielleicht ein guter Zeitpunkt. Zumal die Stimmung an den Märkten gerade zugunsten der „alten“ Autohersteller dreht. Der Hebel 5 bietet immerhin 20 Prozent Spielraum, falls es gegen uns läuft. Es gibt aber auch Hebel 2 mit 50 Prozent Spielraum. Oder Hebel größer als 10.

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