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Haus finanzieren : Die Bauzinsen steigen etwas

Einfamilienhäuser sind weiter begehrt. Bild: Picture-Alliance

Die Zinsen für Baudarlehen legen nach langer Zeit mal wieder etwas zu. Das ist eine Folge der jüngsten Bewegungen an den Finanzmärkten. Was heißt das für die Immobilienpreise?

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          Ein Thema hat zuletzt die Finanzmärkte beherrscht: Die Renditen der Staatsanleihen in Europa und Amerika haben zugelegt, es gibt steigende Zinsen am Kapitalmarkt. Zeitweise wurden Höchststände seit Beginn der Corona-Pandemie erreicht. Was dem Goldpreis offenkundig ziemlich zu schaffen machte, zeigte auch erste Auswirkungen auf die Hypothekenzinsen: Der Index der Internetverbraucherplattform Biallo jedenfalls verzeichnet für Baudarlehen mit zehn Jahren Zinsbindung seit Anfang Februar einen kontinuierlichen Anstieg auf 0,75 Prozent.

          Immobilienaktien leiden

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Was bedeutet das nun für den Immobilienmarkt? Grundsätzlich können steigende Zinsen durchaus belastend auf die Preise von Wohn- und Gewerbeimmobilien wirken. "Steigende Zinsen bedeuten sinkende Preise, zumal das Angebot ja steigt", meint Reiner Braun vom Immobilien-Institut Empirica. Wer eine Wohnung fremdfinanziert, kann sich bei gleicher monatlicher Belastung bei höheren Zinsen nur einen geringeren Hauspreis leisten. Und wer abwägt, ob er sein Geld lieber in Immobilien oder festverzinsliche Wertpapiere investiert, der wird bei steigenden Zinsen dem Betongold gegenüber vielleicht skeptischer - so ähnlich, wie das auch bei dem Edelmetall zu beobachten ist. Kein Wunder, dass auch viele Immobilienaktien zuletzt unter dem Anstieg der Anleiherenditen zu leiden hatten; auch wenn die Vorstandschefs von Vonovia und Co gern versichern, die Abhängigkeit ihres Geschäftes vom Zins werde von den Börsianern oftmals überschätzt.

          Wenn die jüngste Entwicklung wirklich die Zinswende wäre, von der schon so oft die Rede war, dann könnten auch vorhandene Preisübertreibungen bei Wohnimmobilien in Großstädten für Schwierigkeiten sorgen. Die Bundesbank hat in ihrem jüngsten Monatsbericht noch einmal hervorgehoben, die Preise in Deutschlands Städten lägen 15 bis 30 Prozent über dem Wert, der durch die demographischen und wirtschaftlichen Fundamentalfaktoren angezeigt wäre.

          Wie dauerhaft ist die Entwicklung?

          Nur: All diese Sorgen um den Immobilienmarkt setzen voraus, dass es sich wirklich um einen dauerhaften Anstieg des Zinsniveaus handelt. Eine solche Zinswende ist zwar von Bankanalysten immer wieder mal erwartet worden, bislang aber kam sie nicht. Michael Voigtländer jedenfalls, Immobilienfachmann des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, meint, das Thema werde gerade übertrieben: "Die Zinsen waren noch einmal deutlich gesunken, nun gibt es eine kleine Korrektur - aber die Zinsen bleiben sehr gering."

          Zumal jedenfalls auch nicht auszuschließen ist, dass die Inflationssorgen, die zu einem erheblichen Teil den Anstieg der Anleiherenditen ausgelöst haben, Immobilien in Deutschland für Anleger aus aller Welt gerade attraktiv machen. Erhebliche Unterschiede dürfte es dabei geben, je nachdem, wie stark bestimmte Immobilien-Typen von der Krise betroffen sind. Aus den Ausfällen des Wiesbadener Immobilien-Financiers Aareal Bank beispielsweise kann man auf starke Folgen für Einzelhandelsimmobilien schließen. Hotels haben sich im Portfolio dieser Bank wacker geschlagen, branchenweit aber gibt es wohl reichlich Problemfälle. Gerade Wohn-Immobilien dagegen scheinen, Stand heute, oftmals glimpflicher durch die Krise gekommen zu sein. Und Logistik-Immobilien wie Amazon-Zentren an Autobahnen könnten, weil der Online-Handel im Lockdown zugenommen hat, sogar durch einen Wertzuwachs profitieren.

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