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Devisenmarkt : Türkische Lira zeigt weiter Stärke

Lira-Banknoten in einer türkischen Geldwechselstube Bild: dpa

Internationale Investoren gewinnen wieder Vertrauen in die Türkei. Grund ist der Schwenk zu einer glaubwürdigeren Geldpolitik.

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          Die stürmische Aufwärtsbewegung der türkischen Lira setzt sich fort. Zu Wochenbeginn wurden auf dem Devisenmarkt für den Dollar erstmals seit August vergangenen Jahres weniger als 7 Lira verlangt. Auch zum Euro verbesserte sich die türkische Währung: Für einen Euro wurden noch 8,46 Lira aufgerufen.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Im November hatten der Dollar noch 8,58 Lira, der Euro 10,19 Lira gekostet. Doch seit Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan den Finanzminister sowie den Notenbankpräsidenten austauschte und letzterer den Leitzins um 675 Basispunkte auf 17 Prozent anhob, hat die Lira zu einer Erholung angesetzt.

          Die Bekräftigungen des neuen Notenbankchefs, an erster Stelle stehe die Bekämpfung der 15 Prozent betragenden Inflation, hatte im In- und Ausland Vertrauen geweckt, das auch Bemerkungen des Präsidenten nicht erschüttert hatten, er halte hohe Zinsen für schädlich.

          Die DZ-Bank urteilt, dem Lirakurs helfe die Zentralbank, die eine glaubwürdige, restriktive Geldpolitik ausgerufen habe, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Sie reagiere damit auf den zu hohen Preisdruck, „offensichtlich geschönte Inflationszahlen und eine viel zu lockere Geldpolitik“.

          Am Donnerstag tagt der türkische Zentralbankrat, Analysten erwarten keine Änderung des Leitzinses. Im März oder April sei eine Erhöhung um einen Prozentpunkt möglich, schreibt die Deutsche Bank. Sie sehen überdies noch kein Ende der „Dollarisierung“ der Türkei, wo voriges Jahr viele Haushalte wegen des Wertverfalls der Landeswährung stark Devisen und Edelmetall gekauft hatten.

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