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Devisenmarkt : Handel rund um die Uhr

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Hier handeln die Profis Bild:

Werden an Aktienmärkten große Summen umgesetzt, so ist das wenig gegen den Devisenhandel - mit drei Billionen Dollar Umsatz täglich.

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          Beim Stichwort Finanzmärkte fallen dem Normalanleger in der Regel zunächst spontan die Aktien- und Rentenmärkte ein. Täglich werden Aktien im Wert von etwa 20 Milliarden Dollar und Rentenpapiere von ungefähr 120 Milliarden Dollar gehandelt. Stolze Summen.

          Daneben - oder vielmehr dahinter - gibt es aber noch einen weiteren Markt, nämlich den Devisenmarkt. Mit einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen von circa 3000 Milliarden Dollar hat er im Vergleich gigantische Ausmaße.

          Profis handeln mit Währungen

          Am Devisenmarkt sind vor allem Profils unter sich und handeln mit Währungen. Also Euro gegen Dollar, Dollar gegen Yen oder Dollar gegen Schweizer Franken. Marktteilnehmer sind die großen Privatbanken, aber auch Zentralbanken, institutionelle Anleger, private Händler und Unternehmen.

          Der Handel findet nicht an einem festen Ort statt, sondern wird über elektronische Systeme oder telefonisch abgewickelt. Dabei gibt es keine „verbindlichen Börsenkurse“. Die Marktteilnehmer orientieren sich vielmehr an indikativen Kursen, die von Agenturen wie Reuters oder Bloomberg rund um die Uhr gesammelt, im Sekundentakt aktualisiert und weiterverbreitet werden.

          Möchte ein Händler ein Geschäft abschließen, so setzt er sich mit den Kontrahenten mit der für ihn günstigsten Preisstellung in Verbindung und fragt nach einem verbindlichen Preis. Ist der für ihn akzeptabel, so schließt er das Geschäft zum besten Preis ab.

          Große „Tickets“

          Üblich waren ursprünglich „Tickets“ im Gegenwert von fünf Millionen Euro. Fragte also Händler Hempel seinen Kollegen von der Kassabank: „Wie bist du im Euro?“, dann erhielt er beispielsweise die Antwort „4 auf 8“. Das bedeutet: Die Kassabank ist bereit, fünf Millionen Euro bei einem Kurs von 1,4304 Dollar zu kaufen oder bei 1,4308 Dollar zu verkaufen. Sagte Hempel einfach 4, so wussten beide sofort, er hat fünf Millionen Euro an die Kassabank bei einem Kurs von 1,4304 Cents verkauft - mit einer Wertstellung von zwei Werktagen.

          Für sehr große Beträge ist auch heute noch der Telefonhandel üblich, während im Handel mit Privatkunden elektronische Handelssysteme dominieren.

          Gehandelt werden primär die großen Währungen. Das ist der Euro gegen den Dollar, der Yen gegen den Dollar und das britische Pfund gegen den Dollar. Daneben gibt es noch eine Reihe kleinerer Währungen, wie etwa den Schweizer Franken, die dänische und die norwegische Krone, den kanadischen und den australischen Dollar. Ihr wichtigstes, gemeinsames Merkmal in diesem Zusammenhang ist die Konvertibilität. Das bedeutet, sie sind frei und ohne Einschränkungen handel- und transferierbar.

          Reizvoller Markt

          Der Reiz des Marktes liegt zum einen in den großen Volumina, die gehandelt werden. Zum anderen an der relativen Unstrukturiertheit des Marktes. Das heißt, er ist nicht an einen bestimmten Platz oder eine Zeitzone gebunden. Gehandelt wird zumindest unter der Woche rund um die Uhr. Der Markt wandert mit der Zeitzone mit: große Banken haben in jeder Zeitzone ein Handelsteam sitzen, teilweise haben sie aber auch einen Schichtbetrieb eingerichtet.

          Privatanlegern wird der Markt zwar gelegentlich unter bisweilen dubiosen Renditeversprechungen schmackhaft gemacht. Allerdings sollten sie sich sehr skeptisch zeigen. Denn wer auch immer hier Zugang hat und dabei überdurchschnittliche Erträge erzielen kann, der wird sie garantiert nicht mit dem kleinen Mann teilen wollen.

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