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Devisenmarkt : Experten rechnen nach May-Rücktritt mit Pfund-Verlusten

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Nach der Rücktrittserklärung der britischen Premierministerin Theresa May sehen Strategen harte Zeiten auf das Pfund zukommen. Bild: Reuters

Nach der Rücktrittserklärung der britischen Premierministerin Theresa May sehen Strategen harte Zeiten auf das Pfund zukommen.

          Sowohl britische Medien als auch Politiker aus Theresa Mays konservativer Partei hatten damit gerechnet, dass die Regierungschefin im Tagesverlauf ihren Rücktritt bekanntgeben wird.

          Nach der erfolgten Rücktrittserklärung der britischen Premierministerin Theresa May sehen Strategen harte Zeiten auf das Pfund zukommen. Für die anfänglichen Kursgewinne am Freitag von bis zu 0,5 Prozent auf 1,2718 Dollar fanden Börsianer vor allem markttechnische Gründe nach den Verlusten der vergangenen Tage.

          „Für die Börsen ist jetzt entscheidend, wie es politisch in Großbritannien weiter geht und welche Brexit-Varianten damit am wahrscheinlichsten werden", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

          Die Aussicht auf einen möglicherweise euroskeptischen Nachfolger lasse aber an der Nachhaltigkeit der Kursgewinne zweifeln. „Das Pfund kann sich vorübergehend etwas erholen, es bleibt abzuwarten, wie ihr Nachfolger sich positionieren wird“, sagte Devisenexperte Marc-André Fongern vom Handelshaus MAF Global Forex. Wer May nachfolgen soll, steht noch nicht fest.

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          An den Finanzmärkten wird jedoch befürchtet, dass ein härterer Kurs Großbritanniens gegenüber der EU das Pfund in den kommenden Monaten belasten könnte. Als einer der Favoriten für Mays Posten wird Brexit-Befürworter und Ex-Außenminister Boris Johnson gehandelt. Sollte Johnson in Mays Fußstapfen treten, rechnen die Experten des Analysehauses Oanda mit einem Kursrutsch des Pfund bis auf 1,20 Dollar.

          „Mit May verschwinden auch alle Hoffnungen auf ein Brexit-Abkommen“, sagte Portfoliomanager Mark Dowding vom Vermögensverwalter BlueBay. Ein harter Brexit werde wahrscheinlicher, wobei es für den neuen Premierminister schwer werde, diesen durch das Parlament zu bekommen. „Konsequenterweise steigt das Risiko von Neuwahlen.“ Dowding rechnet damit, dass das Pfund auf die Tiefststände nach dem Brexit-Abkommen fallen könnte.

          In den beiden vergangenen Wochen verlor das Pfund bereits rund drei Prozent und fiel zeitweise auf ein Viereinhalb-Monats-Tief von 1,2603 Dollar.

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