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Zweifel an Griechenland : Ausverkauf am Rohstoffmarkt

  • -Aktualisiert am

Die Preise für Gold sind am Dienstag stark gesunken. Bild: REUTERS

Die Zweifel der Investoren an Griechenlands Sparwillen drücken die Rohstoffpreise. Die Saxobank sieht allerdings langfristig steigende Preise.

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          Die wachsenden Zweifel der Investoren an Griechenlands Sparwillen haben am Dienstag am Rohstoffmarkt für einen Ausverkauf gesorgt. Nicht nur die Ölpreise, sondern auch Preise für Gold sanken stark. Der Rohstoffindex GSCI, der 24 Rohstoffe abbildet, fiel am Dienstag auf den niedrigsten Stand seit Anfang des Jahres.

          Der Goldpreis verbilligte sich um bis zu 2,4 Prozent auf 1599 Dollar je Unze (31,1 Gramm) und notierte damit so niedrig wie seit Anfang Januar nicht mehr. Auch die Ölpreise gaben weiter nach. Ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit rund 110 Dollar 2 Prozent weniger als am Vortag. Auch amerikanisches WTI-Öl verbilligte sich um 2 Prozent auf rund 96 Dollar.

          Zu dem Ölpreisrückgang trug auch bei, dass der saudische Ölminister Ali al Naimi am Morgen gesagt hatte, dass der weltgrößte Ölexporteur 80 Millionen Barrel für mögliche Versorgungsengpässe gelagert habe. Zudem würden täglich rund zehn Millionen Fässer gefördert. Die Sorge um Versorgungsengpässe hatten den Brentpreis Anfang März bis auf 128 Dollar steigen lassen.

          Saxobank-Analyst gibt sich zuversichtlich

          Derweil gibt sich der leitende Rohstoffanalyst der Saxobank, Ole Hansen, optimistisch was die Rohstoffpreise angeht: Zwar stünden die Rohstoffpreise kurzfristig unter Druck, sie sollten im Jahresverlauf aber wieder steigen. „Wegen eines schwächeren Wirtschaftswachstums sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in China sind die Rohstoffpreise gefallen“, sagte Hansen am Dienstag in Frankfurt. „Mit Blick auf zwölf Monate ist die Rohstoff-Story allerdings intakt.“

          Gründe für höhere Rohstoffpreise seien geopolitische Risiken, die wachsende Nachfrage in den Schwellenländern, Angebotsengpässe sowie das große Angebot an Kapital an den Finanzmärkten. Als Risiken für sinkende Preise nannte Hansen zum Beispiel die europäische Schuldenkrise sowie eine Aufwertung des Dollar. Da die meisten Rohstoffe in der amerikanischen Währung gehandelt werden, würde eine Verteuerung der Währung die Anleger außerhalb des Dollarraums tendenziell zurückhalten.

          Die größte Herausforderung für die Energiemärkte ist nach Meinung von Hansen die Iran-Krise, die das Rohöl in den ersten Monaten dieses Jahres erheblich verteuert hat. Vergangene Woche sanken die Ölpreise bereits stark. Wegen des Atomstreits zwischen Iran und dem Westen gebe es eine „Iran-Prämie im Ölpreis“, die zwischen 5 bis 10 Dollar je Barrel (je 159 Liter) liege, sagte Hansen.  „Nachdem der Ölpreis in der vergangenen Woche unter die Marke von 115 Dollar gesunken war, sind spekulativ orientierte Anleger aus dem Ölmarkt ausgestiegen. Das ist ein gutes Zeichen“, sagte Hansen. Für Ende dieses Jahres prognostiziert die Saxobank einen Brentölpreis in Höhe von 115 Dollar.

          Goldinvestoren sind frustriert

          Mit Blick auf das Edelmetall Gold sieht Hansen bis Ende 2012 einen Goldpreis von 1900 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Obwohl viele Investoren von der Entwicklung des Goldpreises derzeit „frustriert“ sind, wie Hansen sagte, sollen das niedrige Realzinsniveau, die Goldkäufe der Notenbanken sowie die wachsende Schmuck- und Investorennachfrage in Ländern wie China den Goldpreis hochhalten.

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