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Zertifikate : Rohstoff-Zertifikate: Einfach heißt nicht schlecht

  • Aktualisiert am
Auch auf Baumwolle läßt sich mit Zertifikaten spekulieren
          4 Min.

          Groß sind die Spekulationen, ob die Rohstoffhausse nun zu Ende geht oder nicht. Sicherlich wird es nicht mehr so einfach wie in den vergangenen Jahren sein, mit Rohstoffen Geld zu verdienen - wenn es denn überhaupt je einfach war. Andererseits ist es ja nicht so, daß Rohstoffe nun gar nicht mehr gebraucht würden.

          Es kommt also auf die Wahl des richtigen Rohstoffs an - und auf die Wahl des richtigen Investitionsinstruments. Selten bietet sich das physische Investment an, allein aus praktischen Gründen: Wer hat schon Platz für eine Wagenladung Kakao? Und Fremdlagerung schmälert doch die Rendite erheblich. Zu heiß sind vielen Anlegern Futures aufgrund der Hebelwirkung. Aktien und Fonds sind meistens zu weit weg vom eigentlichen Anlagezweck.

          Vor allem Öl und Gold

          Was sich anbietet, sind Zertifikate. Dieses boomende Anlageinstrument hat jede Anlageklasse erfaßt, so auch Rohstoffe. Doch letztlich bieten nur wenige Emittenten eine größerer Auswahl von wirklichen Rohstoffzertifikaten. Beispielsweise weist HSBC Trinkaus auf seinen Webseiten zwar Rohstoff-Basket-Zertifikate aus - doch handelt es sich dabei um ein Korb von Aktien.

          Nur acht der 18 größten Zertifikateanbieter bieten Rohstoff-Zertifikate an, davon lediglich vier (ABN Amro, Goldman Sachs, Raiffeisen Centrobank und Société Générale) eine größere Auswahl. Unter den Basiswerten ist vor allem Gold und in zweiter Linie Rohöl, und drittens, etwas überraschend, Silber am häufigsten im Angebot.

          Palladium haben noch fünf Emittenten im Angebot, Platin nur noch vier, Aluminium drei. Basismetalle bieten vor allem die Société Générale und ABN Amro, Agrarprodukte ABN Amro und Goldman Sachs. Eher exotische Rohstoffe wie mageres Schweinefleisch oder Raps finden sich nur bei ABN Amro.

          Einfacher Klassiker: Open-End-Zertifikate

          Vielfältig wie das Angebot an Rohstoffen sind auch die Zertifikat-Konstruktionen. Für den Anleger am einfachsten verständlich sind einfache Preis-Zertifikate, die wie Index-Zertifikate die Preisentwicklung des Rohstoffs 1:1 abbilden. Derartige Anlagevehikel bieten vor allem ABN Amro und die Société Générale in Form von Open End-Zertifikaten an. Die Niederländer haben dabei praktisch alle Rohstoffe im Angebot, wohingegen die Franzosen den Schwerpunkt im Metallbereich haben.

          Wie bei Rohstoffinvestitionen generell haben auch die Open-End-Zertifikate den Nachteil, daß sie außer der Preisentwicklung auch die Wechselkursentwicklung zum Dollar an den Anleger weitergeben. So hat sich etwa das Kupfer Open End Zertifikat der ABN Amro (ISIN: NL0000212934) in den vergangenen drei Jahren zwar langfristig analog zum Kupferpreis entwickelt.

          Kurzfristig aber kam es immer wieder zu Abweichungen. Als Kupfer etwa Ende Juni leicht konsolidierte, machte das Zertifikat die Bewegung nicht mit. Umgekehrt profitierten die Anleger vom Hoch des Kupferpreises im Frühjahr nicht im selben Maße. Gerade in den vergangenen Tagen kam es zu einer erstaunlichen Diskrepanz. Als Kupfer um fast zehn Prozent einbrach, ging der Preis des Zertifikats praktisch weiter nach oben. Open-End-Zertifikate sind daher - wie Rohstoff-Futures - nicht nur Rohstoff- sondern auch Devisen-Terminkontrakte.

          Nur scheinbar sicherer: Quanto-Zertifikate

          Als Alternative bieten sich sogenannte Quanto-Zertifikate an, die die beiden Banken ebenfalls im Angebot haben und die vor Währungsrisiken schützen sollen. Indes bringen Quanto-Zertifikate die Währungsschwankungen auf einem Umweg zumindest teilweise wieder zurück. Denn in der Konstruktion wird eine Absicherungsgebühr verrechnet, die sich nach dem Zinsgefälle zwischen dem Dollar und dem Euro bemißt.

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