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Zahlungskräftige Mittelschicht : Goldnachfrage aus China ist ungebrochen

Großer Andrang in einem Ladengeschäft in Xuchang: Vor allem Goldschmuck ist begehrt Bild: REUTERS

Von der Preisentwicklung nahezu unabhängig hält die hohe Nachfrage nach Gold in Asien an. Getragen wird sie von der chinesischen Mittelschicht. Indien bereitet indes Sorgen.

          Gleichgültig wie tief oder hoch der Preis für Gold fällt oder steigt, in Asien erfreut sich das Edelmetall ungebrochener Beliebtheit. Viele Inder und Chinesen haben im Vorjahr die niedrigen Goldpreise dazu genutzt, ihre Bestände des Edelmetalls aufzufüllen. Auch aktuell ist Gold immer noch günstig, eine Feinunze des Edelmetalls notiert bei rund 1.295 Dollar. Damit hat Gold am Dienstag 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verloren. Noch im Vorjahr kostete eine Feinunze (31,31 Gramm) mehr als 1600 Dollar.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Nachfrage aus China in den nächsten Jahren nicht nachlassen. Das hat der World Gold Council (WGC) ermittelt, eine Interessenvertretung der Goldindustrie. Der asiatische Riese wird seinen Bedarf in den nächsten vier Jahren um rund 25 Prozent steigern, prognostiziert der Council. Dieser wird dann mindestens 1350 Tonnen betragen.

          Hohe Goldsteuer in Indien

          Am stärksten werden wohl Schmuck und Investitionsgüter nachgefragt werden. Die Schmucknachfrage wird im Vergleich mit dem Jahr 2013 um etwa 17 Prozent auf 780 Tonnen ansteigen. Münzen und Barren legen sogar um 25 Prozent zu auf rund 500 Tonnen. Schon im Vorjahr war das Land sowohl größter Goldproduzent als auch größter Förderer. Wenn diese Prognosen stimmen, dann wird China auch in den nächsten Jahren den ersten Rang belegen. Das liegt vor allem an der Mittelschicht des asiatischen Riesenlands, die so rasant wächst wie nirgendwo sonst auf der Welt. Denn diese sieht nach wie vor Gold als ein wichtiges Statussymbol an, und mangels Investitionsalternativen legen sie ihr Geld daher auch in Edelmetalle an.

          Große Sorgen bereitet aber nach wie vor noch Indien. Nach wie vor gibt es auf dem Subkontinent eine sehr hohe Goldsteuer, die viele Inder vom Kauf des Edelmetalls abhält. Außerdem gibt es Importrestriktionen. Indien plant so, sein gigantisches Leistungsbilanzdefizit in den Griff zu bekommen. Die Importe des einst größten Goldnachfragers sind regelrecht eingebrochen.

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