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Ferienziele nach Währungen : Urlaub in Großbritannien ist günstiger geworden

Günstiger Gischt gucken: Ein Urlaub wie hier an der Küste von Cornwall ist inzwischen für weniger Geld zu haben. Bild: Getty

Urlauber profitieren von der Abwertung der britischen Währung. Das Reiseziel Japan ist dagegen unattraktiver als im Vorjahr. Deutsche meiden große Städte.

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          Die Reiselust der Deutschen ist in diesem Jahr durch Terroranschläge und politische Unwägbarkeiten gedämpft. Manche bleiben deswegen lieber ganz zu Hause, auch wenn dies wie die jüngsten Ereignisse zeigen, ebenfalls keine Sicherheit verspricht. Andere versuchen ihr Urlaubsziel mit der entsprechenden Vorsicht auszuwählen oder dieses sogar noch kurzfristig zu ändern. Dabei sind vor allem Städtetrips weniger gefragt als sonst. In diesem Umfeld rückt der Blick auf die Reisekasse für viele in den Hintergrund.

          Kerstin Papon
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Dennoch sind manche Reiseziele und Länder im Vergleich zum Vorjahr durch die Veränderungen der Wechselkurse viel attraktiver geworden als andere – und umgekehrt. Besonders günstig aus Sicht des Wechselkurses sind aktuell Reisen nach Großbritannien. Durch den Entschluss der Briten, aus der Europäischen Union auszutreten, ist das britische Pfund in diesem Jahr deutlich unter Druck geraten. Auch wenn sich die Währung schon wieder etwas von ihrem mehrjährigen Tiefstand erholt zeigt, hat das Pfund zum Euro im Jahresvergleich um 17 Prozent abgewertet. Reisen nach Cornwall, Schottland oder ein Städtetrip nach London sind deswegen entsprechend günstiger geworden. So kostet ein Zimmer für zwei Personen in einem kleinen, feinen Hotel in Porthallow an der südenglischen Küste nahe Talland Bay Mitte August für eine Woche inklusive Frühstück rund 1620 Euro – sagenhafter Meeresblick und nach dem Urteil einiger Gäste kitschige Zimmer inklusive. Im vergangenen Jahr wären es hier zumindest rein rechnerisch noch rund 1950 Euro gewesen.

          Flugreisen nach Amerika im Trend

          Deutlich günstiger geworden sind ebenfalls Fernreisen nach Mexiko oder Südafrika. Denn auch der mexikanische Peso oder der südafrikanische Rand haben im Vergleich zum Euro deutlich abgewertet. Gleichwohl schlagen hier allein durch die Entfernung natürlich höhere Flugkosten zu Buche, während man Cornwall auch ohne weiteres mit dem eigenen Auto erreichen und dieses dann vor Ort auch noch für Ausflüge nutzen könnte. In anderen Ländern wie der Türkei oder Russland hingegen dürfte die für Urlauber positive Abwertung der türkischen Lira oder des russischen Rubels für die Wahl des Ferienziels aktuell keine Rolle spielen.

          Einige Länder in der Ferne sind dagegen innerhalb der vergangenen zwölf Monate deutlich teurer geworden wie zum Beispiel Japan. Denn der japanische Yen hat zum Euro binnen eines Jahres um 17 Prozent aufgewertet. Ein Urlaub in Neuseeland kostet, abgesehen von den Kosten für den langen Flug, rund 7 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Australien-Reisende wiederum spüren zumindest aus der Sicht der Wechselkurse kaum Veränderungen zu den beiden vergangenen Jahren, nimmt man Ende Juli als Maßstab für einen Vergleich.

          Im Trend liegen hierzulande seit einiger Zeit Flugreisen in die Vereinigten Staaten. Hier hat sich seit vergangenem Sommer unter dem Strich zwar kaum eine Veränderung ergeben. Blickt man jedoch zwei Jahre zurück, so sind Urlaube dort allein durch die Aufwertung des Dollars zum Euro angesichts eines aktuellen Wechselkurses von gut 1,10 Dollar um rund ein Fünftel teurer geworden. Wer den nordamerikanischen Kontinent besuchen möchte, hat jedoch Alternativen. Denn für Reisen in das Nachbarland Kanada ergeben sich im Vergleich zum Vorjahr oder auch dem Jahr davor aus jetziger Sicht kaum Veränderungen des kanadischen Dollars zum Euro. Wer dagegen lieber hier im Euroraum oder sogar in Deutschland bleibt, wie wohl die meisten Bundesbürger, kann mit Blick auf die Wechselkurse ohnehin gelassen bleiben. Dennoch gibt es in den Preisen vor Ort und der Kaufkraft auch der europäischen Währung große Unterschiede. Dies gilt ebenso außerhalb Europas. So kostet zum Beispiel ein kleiner Cappuccino in der Hauptstadt Portugals, Lissabon, in einem Starbucks-Laden 2,70 Euro, in Deutschland sind es 3,25 Euro. Die größere Kaffee-Variante schlägt mit 3,50 beziehungsweise 4,45 Euro zu Buche. In Großbritannien ist der Kaffee zwischendurch durch den Wechselkurseffekt sogar günstiger zu haben: In London gibt es den kleinen Starbucks-Cappuccino für 2,20 Pfund (umgerechnet 2,60 Euro) und den großen für 2,90 Pfund (rund 3,40 Euro). Für die erfrischende Pause am Nachmittag ist eine kleine Portion Koffein hier wie dort dennoch oft vonnöten.

          Bild: F.A.Z.

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