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Zukunftsdebatte : Wird der 500-Euro-Schein teurer?

Ein kurioser Disput beschäftigt dieser Tage Anlageexperten. Wird für einen 500-Euro-Schein ab 2018 mehr oder weniger bezahlt? Twitter-Nutzer durften entscheiden.

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          Was wird aus dem 500-Euro-Schein, wenn die EZB 2018 keine Noten in diesem Wert mehr ausgibt? Wird er zum Sammelobjekt oder gerät er in Vergessenheit? Und was wird er wert sein? Diese Frage entzweite dieser Tage eine Gruppe von Fondsmanagern der britischen Gesellschaft M&G, die sich selbst die „Bond Vigilantes“ nennt, was etwa so viel wie „Anleihen-Bürgerwehr“ bedeutet.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Richard Woolnough, Manager dreier Rentenfonds, zeigte sich optimistisch. Er vertritt die Auffassung, der 500er werde nach 2018 so begehrt sein, dass für ihn mehr als 500 Euro bezahlt werden. Die Banknote habe die niedrigsten Lagerkosten für Bargeld. Weil sie zudem weiter gesetzliches Zahlungsmittel bleibe, werde der 500-Euro-Schein nach wie vor die einfachste Möglichkeit sein, größere Bargeldbeträge weiterzureichen.

          Jim Leaviss, Leiter der Abteilung Zinsprodukte für Privatanleger war jedoch gegenteiliger Ansicht. Wenn das Angebot begrenzt werde, könnte die Nachfrage einbrechen, argumentierte er. Leaviss setzt dabei voraus, dass die Vermutung zutrifft, dass die Scheine in erheblichem Umfang dazu dienen, die Erträge aus Straftaten zu bunkern oder Schwarzgeld an der Steuer vorbei zu schleusen.

          Wenn nach 2018 dann größere Beträge in 500-Euro-Scheinen auftauchten, obwohl diese nicht mehr gedruckt werden, könnte dies als Indiz gewertet werden, dass das Geld aus illegalen Quellen stammt. Folglich könnte es sein, dass Besitzer von 500-Euro-Scheinen versuchten, diese in 200-Euro- oder 1000-Franken-Scheine einzutauschen. Damit werde der 500er zu einem wenig liquiden Vermögenswert, den es zu veräußern gelte. Daher werde er mit einem Abschlag gehandelt werden.

          Da sich die „Bond Vigilantes“ nicht einigen konnten, befragten sie am Ende ihre Gefolgschaft auf Twitter. Dabei zog Leaviss den Kürzeren: Die Hälfte der 190 Teilnehmer war der Ansicht, die Banknote werde wohl künftig mit einem Aufschlag gehandelt. Nur jeder Siebte stimmte für einen Abschlag. Mehr als ein Drittel jedoch sah darin wohl eher einen Streit um des Esels Schatten und votierte dafür, dass der Schein wohl weiter 500 Euro kosten wird.

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