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Währungen : Eine „harte“ Währung hat nicht nur Vorteile

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Die Aufwertung einer Währung muss sich nicht in steigenden Devisenkursen bemerkbar machen. Das hängt von der Betrachtung ab.

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          In wenigen Monaten ist es soweit, die Mark geht und der Euro kommt. Gerade viele Deutsche erfüllt das mit Wehmut, manche fürchten sogar, etwas zu verlieren. Sie denken, sie würden „die starke Mark“ gegen den „schwachen Euro“ eintauschen und machten dabei eine schlechtes Geschäft. In ihrem Hinterkopf hat sich der Gedanke festgesetzt, nur „die harte Mark“ könne mit dem „harten Dollar“ konkurrieren.

          Aber Starker Dollar, starke Mark und schwacher Euro - geht das überhaupt und was bedeutet das? Woran macht sich Stärke oder Schwäche einer Währung fest?

          Währungen werden gehandelt wie Güter

          Angenommen ein deutscher Anleger möchte nicht nur in Deutschland investieren, sondern auch in den USA. Er schaut sich an den amerikanischen Börsen um und sucht sich Aktien aus, die für ihn interessant sein könnten. Entschließt er sich zum Kauf, dann braucht er dafür natürlich Dollars. Die muss er erst einmal kaufen - und zwar zum aktuellen Wechselkurs.

          Grundsätzlich ist darunter nichts anderes zu verstehen, als der Preis, den er in der eigenen Währung für eine Einheit der ausländischen Währung bezahlen muss. Das nennt man Preisnotierung- Aktuell kostet ein Dollar etwa 2,12 Mark. Der Euro dagegen wird in „Mengennotierung“ gehandelt. Die Frage lautet also nicht, wie viel Euro muss ich für einen Dollar bezahlen, sondern: wie viel Dollar erhalte ich für einen europäischen Cent. Bei einem Marktpreis von 0,92 US-Cent pro Euro erhält der Anleger für jeden Euro 92 amerikanische Cents.

          Das bedeutet, beide Größen - sowohl Dollar/Mark, als auch Euro/Dollar - betrachten dasselbe, allerdings von zwei unterschiedlichen Seiten. Da Euro und Mark durch einen festen Kurs miteinander verknüpft sind, kann die Mark gegen den Dollar nicht stark sein und gleichzeitig der Euro schwach. Beide bewegen sich immer gleichzeitig, allerdings auf Grund der unterschiedlich Betrachtung in unterschiedlichen Richtungen.

          Zeigt die Mark Stärke so heißt das, man muss weniger für einen Dollar bezahlen. Zum Beispiel nur noch zwei Mark statt 2,17. „Steigt“ also die Mark gegen den Dollar von 2,17 auf zwei, so steigt gleichzeitig der Euro von 92 auf knapp 98 Cent.

          Wechselkursänderungen mit Vor- und Nachteilen

          Wechselkursänderungen können unterschiedliche Ursachen haben. Üblicherweise ist die Währung des Landes gefragter für das gilt: hohe Wachstumserwartungen, hohe wirtschaftspolitische Kompetenz, geringe Inflation, solide Haushaltslage, attraktive Investitionsmöglichkeiten und positive Zinsdifferenz.

          Eine starke Währung hat verschiedene Vorteile. Zum einen zieht sie Kapital an, das heißt die Wirtschaft des Landes kann sich günstig finanzieren. Daneben werden Importe - etwa Rohstoffe - immer günstiger und die Preissteigerung im Inland wird gedämpft. Aber sie hat auch Nachteile. So werden Exportgüter immer teurer, das heißt die Exportindustrie gerät unter Preisdruck. Das Gegenteil trifft natürlich für eine „schwache Währung“ zu. Sie stimuliert die Exporte und bringt Preissteigerungsgefahren über teurer werdende Import mit sich.

          Großer Währungsraum von Vorteil

          Diese Effekten sind kleine Länder wesentlich stärker ausgesetzt, als große. Je größer der Währungsraum, desto geringer ist die Rolle des Wechselkurses. Mehr als 50 Prozent aller Geschäfte werden in Europa zwischen Nachbarländern gemacht. Für die besteht seit der Einführung des Euro im Jahr 1999 keinerlei Wechselkursrisiko mehr. Ist in ein paar Wochen auch das Bargeld da, dann fallen sogar für die Touristen alle Wechselkursgebühren weg. Das bedeutet, es wird immer unwichtiger, ob der Euro nach außen stark oder schwach ist. Hauptsache intern bleibt die Preisentwicklung unter Kontrolle.

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