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Virtuelle Währung : Bedeutet das Aus für „Silk Road“ auch das Ende der Bitcoins?

  • Aktualisiert am

Bild: REUTERS

Die Polizei hat die berüchtigte Internetplattform „Silk Road“ geschlossen. Der Handel mit Drogen und Hacker-Diensten wurde dort oft mit der virtuellen Währung „Bitcoins“ abgewickelt. Ist sie nun auch am Ende?

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          Das Ebay für den Schwarzmarkt gehört der Geschichte an. Das amerikanische Justizministerium hat die Handelsplattform „Silk Road” geschlossen und seinen mutmaßlichen Betreiber angeklagt. Der im Jahr 2011 entstandene Online-Marktplatz war dafür bekannt, den Handel mit illegalen Waren und Dienstleistungen zu erleichtern - wie Drogen, Falschgeld und Hacker-Dienste. Die Zahlungen wurden in der virtuellen Währung Bitcoin abgewickelt.

          Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass der Bitcoin-Preis am Mittwoch gegen 21 Uhr auf etwa 119 Dollar gefallen ist. Zum Vergleich: Ende September kostete ein Bitcoin noch 145 Dollar. Etwa 600.000 Bitcoins im Wert von 1,2 Milliarden Dollar flossen über die Plattform „Silk Road”, die von den Klägern als „ausgefeiltester und umfassendster Marktplatz für Kriminelle im Internet” bezeichnet wurde.

          Das FBI beschlagnahmte 26.000 Bitcoins, deren Wert sich auf etwa 3,6 Mio. Dollar beläuft - laut Ermittlungsbehörden die größte Bitcoin-Ausbeute in der Geschichte. Der 29-jährige Ross William Ulbricht wurde am Dienstag in San Fraciso verhaftet. Er soll der Betreiber von „Silk Road” sein, dort bekannt unter dem Pseudonym „Dread Pirate Roberts”. Ihm wird Verschwörung zum Drogenhandel, zum Hacken von Computern und zur Geldwäsche vorgeworfen. Außerdem soll der Mann, der sich auf Linkedin selbst „Investmentberater und Unternehmer” nennt, eine Morddrohung gegen einen Nutzer ausgesprochen haben, der Informationen über die Plattform veröffentlichen wollte.

          So sah das Portal aus
          So sah das Portal aus : Bild: Silk Road

          Während das FBI seinen Erfolg feiert, treffen sich die Reisenden der „Silk Road” nun auf der Website Reddit und klagen über verlorene Gelder, unvollendete Drogengeschäfte und den fallenden Bitcoin-Kurs. Doch was bedeutet das Ende von „Silk Road” eigentlich für die populäre Krypto-Währung? Bevor Bitcoin in der breiten Öffentlichkeit etabliert genug war, um für gemeinnützige Spenden herzuhalten und einen eigenen bösengehandelten Fonds zu bekommen, war die virtuelle Währung vor allem für den Gebrauch (und die Allgegenwart) auf „Silk Road” bekannt.

          Die Verbindung von Bitcoin mit illegalen Geschäften war einst ein zentraler Bestandteil ihrer Identität - und ist noch immer ein Grund für staatliche Kontrollen. Aber Bitcoin braucht „Silk Road” nicht mehr. Zum einen gibt es andere Online-Marktplätze, auf denen mit Bitcoins ebenfalls illegale Geschäfte gemacht werden könnten. Zum anderen, und das ist vielleicht noch wichtiger, haben Bitcoin- Startups in den drei Monaten per Juni fast 12 Mio. Dollar von Venture-Capital-Investoren erhalten, wie Reuters am Dienstag berichtete. Bitcoin dürfte noch immer hochriskant sein, aber eine Kundenbasis aus legitimen Startups und weniger Drogenbossen lässt Gutes erahnen.

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