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Edelmetalle : Verunsicherte Anleger stürzen sich auf Gold

Gold lockt Fans immer. Bild: ddp

Während die Aktienkurse sich auf neue Tiefstände begeben, ist Gold enorm gefragt. Auch dies spiegelt die Ratlosigkeit der Anleger wider.

          Die große Unsicherheit der Anleger, die sich derzeit vor allem an den Aktienmärkten zeigt, scheint sich nach der Rede von Notenbankpräsidentin Yellen vor dem amerikanischen Kongress eher vergrößert zu haben. Zwar ist nicht klar, was die Märkte eigentlich erwartet hatten, doch in der aktuellen Stimmung wurde das Ausbleiben handfester Ankündigungen und eines deutlichen Kurswechsels negativ interpretiert.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Allerdings konnte es Janet Yellen offenbar niemandem Recht machen. Die amerikanische Zentralbank wisse auch nicht, wie sie mit der aktuellen Situation umgehen solle, ist zu hören. Andere rechnen nun mit einer Verschiebung von Zinserhöhungen und werten dies als negatives Konjunktursignal. Hätte Yellen eine Zinserhöhung für März angekündigt, so wäre ihr sicher vorgeworfen worden, die konjunkturelle Situation völlig falsch einzuschätzen.

          Die Marktteilnehmer reagieren einmal mehr damit, als risikoreich betrachtete Positionen zu reduzieren. Nachdem am Dienstag schon mit der Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen erstmals ein zehnjähriger Titel eines G7-Landes unter 0 Prozent rentierte, ist auch die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe wieder auf 0,144 Prozent gefallen. Dies ist der tiefste Stand seit April 2015, als die Rendite bis auf 0,068 Prozent gesunken war.

          Vor allem aber stürzen sich die Anleger förmlich auf Gold. Der Preis des Edelmetalls, der zwischen August 2011 und Mitte Dezember 2015 fast um die Hälfte auf 1053 Dollar je Feinunze fiel, liegt am Donnerstag wieder bei 1235 Dollar. Dies ist zwar nur der höchste Stand seit Juni 2015, nichtsdestoweniger ist der Goldpreis damit im laufenden Jahr um 16 Prozent gestiegen.

          Die Anleger kauften Gold, weil sie nicht wüssten, was sie sonst mit dem Geld machen sollten, sagt Bernard Sin, Leiter des Währungs- und Metallhandels beim Schweizer Finanzdienstleister MKS der Nachrichtenagentur Bloomberg. Derzeit komme eine Menge spekulativer Gelder herein. Die Rally könne sich fortsetzen, sollte dieser Trend anhalten.

          Stützend wirken sich auch Meldungen aus, wonach die weltweite Nachfrage nach Gold 2015 stabil geblieben ist. Vor allem aus Investmentzwecken wurde Gold stärker nachgefragt, laut dem World Gold Council besonders aus China und Europa. Letzteres bedeutet vor allem aus Deutschland. Insofern ist der aktuelle Aufwärtstrend spekulativ geprägt. Der Silberpreis ist in diesem Jahr um mehr als 12 Prozent gestiegen. Mit aktuell 15,581 Dollar ist das Edelmetall so teuer wie zuletzt im November.

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