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Devisen : Werden die Schulden zur Bürde für den Dollar?

Die Auslandsverschuldung der Vereinigten Staaten wächst in beeindruckendem Tempo. Bild: dpa

Amerikas Auslandsverschuldung wächst, doch dies unterminiert die Rolle des Dollars als Weltwährung bisher nicht. Klar ist: Auch eine von Trump beeinflusste Fed wüsste, was auf dem Spiel steht.

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          Die offiziellen Daten aus Washington sprechen eine klare Sprache: Ende September 2016 hielten die Amerikaner Auslandsvermögen über 24.515 Milliarden Dollar. Im Gegenzug besaßen Ausländer Forderungen gegenüber Amerika über 32.542 Milliarden Dollar. Der Saldo von 8027 Milliarden Dollar beschreibt die Auslandsverschuldung der Vereinigten Staaten. Dass die Vereinigten Staaten gegenüber dem Ausland verschuldet sind, ist kein Naturgesetz; über lange Zeit war im Gegenteil das Ausland gegenüber den Vereinigten Staaten verschuldet. Aber die Auslandsverschuldung der Vereinigten Staaten wächst in einem beeindruckenden Tempo. Ob dieses Wachstum die Rolle des Dollars als mit weitem Abstand führender Währung in der Welt gefährdet, ist unter Fachleuten umstritten. Nicht umstritten ist dagegen unter Fachleuten, dass die amerikanische Notenbank in ihrer Politik sehr wohl auf die Sicherung der Rolle des Dollars als Weltwährung Rücksicht nimmt, auch wenn dies nicht offiziell zu ihren Aufgaben gehört.

          Eine Auffassung besagt, dass die Auslandsverschuldung eine Voraussetzung für die Funktion des Dollars als führender internationaler Reservewährung ist, weil das Ausland auf diesem Wege überhaupt erst in den Besitz von Dollar kommt. Gleichzeitig wird die Auslandsverschuldung als unbedenklich angesehen, weil die Vereinigten Staaten für die Weltwirtschaft wie eine Bank funktionieren und daraus hohe Gewinne erzielen. Ausländer legen viel Geld in amerikanischen Staatswertpapieren und anderen als sicher betrachteten Anlagen wie Bankguthaben oder Unternehmensanleihen erstklassiger Bonität an. Da diese ausländischen Anleger in erster Linie Sicherheit suchen, begnügen sie sich mit niedrigen Zinsen. Im Gegenzug legen die Amerikaner Geld im Ausland gerne in Form von Eigenkapital wie Unternehmensbeteiligungen oder Immobilien an. Das ist zwar riskanter, auf die Dauer aber ertragreicher. Das führt dazu, dass die Amerikaner aus ihrer Rolle als Bank für die Weltwirtschaft Gewinne ziehen, obgleich sie per saldo im Ausland verschuldet sind. So drückte die Vereinigten Staaten im Jahr 2014 eine Auslandsverschuldung von rund 7 Billionen Dollar, aber dennoch bezogen sie aus Finanzgeschäften mit dem Ausland einen Gewinn von 247 Milliarden Dollar, weil ihre Rolle als Bank für die Welt insgesamt profitabel ist! Aus dieser Sicht ist eine zunehmende Auslandsverschuldung der Vereinigten Staaten kein Problem.

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