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Superzyklus am Ende : Die geplatzte Rohstoff-Blase

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Jede Menge Erz in China: Bagger im Hafen von Qingdao Bild: AFP

Auf den Rohstoffmärkten ist ein Superzyklus zu Ende gegangen. Im vergangenen Jahr fiel der globale Preisindex erstmals seit 2008. Wohin geht nun die Reise?

          Nerven aus Stahl zu haben ist wohl die wichtigste Eigenschaft, die Rohstoffanleger brauchen. Da oftmals eine geringe Volatilität herrscht, können schon verhältnismäßig kleine Ereignisse zu großen Ausschlägen führen. Auch vergangenes Jahr hat der GSCI Total Return Index eine Achterbahnfahrt hingelegt. Dieser ist so etwas wie der Standardindex unter den Rohstoffen, er bildet die Wertentwicklung von 24 Materialien ab, von Gold über Öl bis hin zu Kupfer und Mais. Es ging mal 15 Prozent nach unten, dann schnell wieder 15 Prozent nach oben – am Ende steht ein Minus von etwas mehr als 2 Prozent im Jahresvergleich. Damit haben die Rohstoffe erstmals seit dem Jahr 2008, als die Finanzkrise auf ihrem Höhepunkt war, im Jahresschnitt wieder an Wert verloren.

          Es ging für fast alle Preise der Rohstoffe nach unten. Das ist ein sicheres Anzeichen dafür, dass der Superzyklus der Rohstoffe nun an seinem Ende angelangt ist. Solch ein Zyklus tritt dann auf, wenn es zu starken strukturellen Veränderungen bei Angebot und Nachfrage kommt. In der ersten Phase zieht die Nachfrage an, aber das Angebot kann damit nicht Schritt halten. In diesem Fall war der Beginn des Zyklus das Auftreten Chinas auf den Weltmarkt als großer Akteur und der damit zusammenhängende Ressourcenhunger. Dadurch steigen auch die Preise. Die großen Bergbaukonzerne erzielten höhere Margen und investierten mehr in den Ausbau ihrer Kapazitäten. Dadurch wurde der Markt besser versorgt – und die Preise stiegen zuerst langsamer, dann gar nicht mehr und fielen später. Aktuell sind manche Rohstoffe schon weiter im Superzyklus fortgeschritten als andere – etwa Öl oder viele Industriemetalle. Da die Preise fallen, investieren die Minenkonzerne weniger. Das Angebot wird schlechter, und die Preise steigen – ein Zyklus ist zu Ende, der neue kann beginnen.

          Ein Sonderfall ist Gold. Dieses ist weniger davon abhängig, was die großen Minenkonzerne neu fördern. Viel wichtiger sind Angebot und Nachfrage von dem Gold, das bereits auf dem Markt ist. Auch Agrarrohstoffe hören nicht auf diesen Zyklus, da die Nachfrage kontinuierlich durch die steigende Weltbevölkerung mitwächst.

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