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Studie : Am Rohstoffmarkt droht ein Teufelskreis

  • Aktualisiert am

Langsame Wandlung zu Holzkohle Bild: dapd

Rohstoffe werden immer teurer. Gemäß einer Studie der Bank of Japan droht ein Teufelskreis: Extreme Geldpolitik, steigende Rohstoffpreise, höhere Inflationsraten, zunehmende Flucht der Anleger in Realwerte - noch höhere Rohstoffpreise.

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          Der dynamische Preisauftrieb bei Energie- und Rohstoffkontrakten dauert an. Öl, Baumwolle, Mais, Weizen, Soja, Metalle und Edelmetalle sind zumindest an den Terminbörsen so teuer wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

          Die Preise werden einerseits stark spekulativen Anlegern getrieben, die auf die extremen geldpolitischen Strategien der Zentralbanken, die sehr engen und intransparenten Märkte und alle nur denkbaren Knappheitsthesen wetten.

          Extreme Geldpolitik trägt unmittelbar zum Preisauftrieb bei

          Zu den Anlegern zählen nicht nur Hedge-Fonds, von welchen viele ihre Trendfolgemodelle heiß laufen lassen. Sondern auch Banken und Fondsgesellschaften drücken immer mehr Rohstoff-Anlageprodukte in den Markt, weil sie auf ihre Weise vom Boom profitieren und „Produktions- und Vermittlungsgebühren“ kassieren möchten.

          Bild: BoJ

          Je mehr Anleger jedoch auf die von ihnen nun schon seit mehreren Jahren verbreiteten Knappheitsthesen aller Arten und sonstige Verkaufspropaganda glauben und Gelder in die vergleichsweise kleinen Märkte umschichten, desto selbstbestimmter werden die einmal etablierten Preistrends - unabhängig von der realwirtschaftlichen Versorgungslage, die zudem zunehmend durch Neigung der Hortung von Rohstoffen statistisch verschleiert wird.

          Während viele Studien keinerlei Zusammenhang zwischen spekulativen Aktivitäten und Preisauftrieb ableiten wollen, fragen kritische Marktteilnehmer erst, wer solche Studien in Auftrage gegeben und bezahlt hat, bevor sie ihren Ergebnissen auch nur in Ansätzen trauen wollen (siehe auch: „Der Finanzsektor blutet uns aus“). Selbst die Bank of Japan jedoch glaubt nicht primär an einen von fundamentaler Nachfrage getriebenen Preisauftrieb.

          Sondern sie verweist in einer jüngst veröffentlichten Studie auf die wichtige Rolle, die die unglaublich ungewöhnlichen monetären Rahmenbedingungen bei der Preisentwicklung auf der Rohstoffseite spielen (Rohstoffstudie der Bank of Japan, PDF) . So habe die globale Geldmenge M1 im Vergleich mit dem realwirtschaftlichen Wachstum überproportional zugenommen. Diese Tatsache trage zusammen mit der zunehmenden „Monetarisierung“ der Rohstoffmärkte zum starken Preisauftrieb bei, erklären die Analysten Yasunari Inamura, Tomonori Kimata, Takeshi Kimura und Takashi Muto.

          Statistischer Zusammenhang zwischen „Zinslücke“ und steigenden Rohstoffpreisen

          Sie konnten statistisch unter anderem einen eindeutigen Zusammenhang zwischen negativen Realzinsen in weiten Teilen der Welt und steigenden Rohstoffpreisen herstellen. Die spekulativen Impulse ließen sich zudem an der in den vergangenen Jahren stark zugenommenen Anzahl an Terminbörsen offen stehender und gehandelter Kontrakte, vieler neuer Rohstofffonds sowie einer stark zugenommenen Korrelation zwischen Portfolioumschichtungen und dem Preisauftrieb bei Rohstoffen ableiten. Die Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten habe sich zumindest in Ansätzen von realwirtschaftlichen Angebots- und Nachfragefaktoren abgekoppelt, erklären sie.

          Sie weisen zudem auf die Risiken hin. Mit eskalierender Rohstoffpreisentwicklung werde die Einkommensverteilung zwischen ressourcenreichen und konsumierenden Staaten bedroht. Ferner drohe ein Teufelskreis: Steigende Rohstoffpreise trieben weltweit die Inflationsraten an, was immer mehr Anleger dazu verleite, immer mehr Gelder in diesen Bereich zu investieren, wodurch der Preisauftrieb frische Dynamik nach oben erhalte.

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