https://www.faz.net/-gv6-7qcj0

Streik in Platinminen : Palladiumpreis so hoch wie seit 13 Jahren nicht

Streikende Minenarbeiter in einer südafrikanischen Palladium-Mine Bild: AFP

Der Palladiumpreis steigt und steigt. Selbst wenn der Arbeitskampf in den südafrikanischen Minen bald enden sollte, bleibt das Edelmetall knapp.

          1 Min.

          Sorgen vor einem Angebotsdefizit haben den Palladiumpreis auf den höchsten Stand seit fast 14 Jahren steigen lassen. In der Spitze kostete das Metall 864 Dollar je Feinunze (etwa 31 Gramm). Damit ist der Preis aktuell um 22 Prozent höher als zum Jahresanfang.

          Judith Lembke
          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Treiber ist vor allem der Streik in den südafrikanischen Platinminen. Seit Januar wird schon in dem Land gestreikt, das wichtigster globaler Förderer von Platin und zweitgrößter Produzent von Palladium ist. Der Arbeitskampf hat zu den längsten Produktionsausfällen seit mehr als einem Jahrzehnt geführt.

          Während die südafrikanischen Minenbetreiber sich vorab gut vorbereitet und die Platinlager prall gefüllt hatten, wird Palladium knapp. Johnson Matthey, der größte Verarbeiter von Platinmetallen in der Welt, rechnet 2014 mit einem Angebotsdefizit von 1,6 Millionen Unzen. Dem steht die Nachfrage der Autoindustrie gegenüber, die in diesem Jahr einen Rekordbedarf an Palladium hat, das vor allem in der Produktion von Benzin-Katalysatoren eingesetzt wird. Die Analysten von Barclays sagen für dieses Jahr einen Bedarf an 7,19 Millionen Palladium-Unzen durch die Katalysatorenhersteller voraus.

          Platin wird vor allem für die Herstellung von Diesel-Katalysatoren benötigt. Die Analysten von Morgan Stanley rechnen damit, dass die Unterversorgung des Marktes mit Palladium noch bis mindestens 2018 anhalten wird – selbst wenn es zu einer baldigen Beendigung des Streiks käme. Zudem wird Palladium immer interessanter für Investoren, die in Gold und Silber momentan nicht allzu große Hoffnungen setzen.

          Ende März wurden von den südafrikanischen Banken ABSA und Standard Bank zwei neue ETF aufgelegt, die mit physischem Palladium hinterlegt sind. Schon in den ersten Wochen floss ein Viertel der Jahresproduktion, die etwa bei 2,3 Millionen Unzen liegt, in die beiden Fonds. Trotz der kräftigen Preissteigerungen ist es allerdings noch ein langer Weg, bis Palladium wieder an seine Rekordmarke heranreichen dürfte. Die lag 2001 bei 1125 Dollar je Feinunze.

          Weitere Themen

          Bundesbank will strengere Aufsicht

          Bankenregulierung : Bundesbank will strengere Aufsicht

          Die Corona-Krise traf Banken weniger hart als erwartet. Die Geschäftsergebnisse erreichen langsam wieder das Vor-Krisen-Niveau. Nun müssen sich Banken auf das Ende der Sonderregulierung vorbereiten.

          Grün für Versicherungen

          Finanzmarktregulierung : Grün für Versicherungen

          In den geplanten Anpassungen der Solvabilitätsrichtlinie für Versicherungen will die EU-Kommission für mehr Klimaschutz sorgen. Investitionen in grüne Finanzprodukte sollen bei den Regulierungen bevorzugt werden.

          Topmeldungen

          Wahlkampfmobil: Die CDU-Kandidatin Caroline Lünenschloss verteilt in Wuppertal Flyer an ihre Helfer.

          Junge Kandidatinnen : Sie wollen einen neuen Sound im Bundestag

          Die deutsche Politik wird zu sehr von den Alten bestimmt, heißt es. Machen die Jüngeren überhaupt so viel anders? Unterwegs mit Caroline Lünenschloss, Jamila Schäfer und Jessica Rosenthal – dem Nachwuchs von CDU, Grünen und SPD.
          Vor einem Jahr: Demonstranten gegen Lukaschenko im Zentrum von Minsk im August 2020

          Lukaschenko-Gegner in Minsk : Im Land der Verschwörer

          Der nationale Aufbruch in Belarus wird vom Regime Alexandr Lukaschenkos brutal unterdrückt. Doch aufgegeben haben seine Gegner nicht. Ein Besuch in der Hauptstadt Minsk.
          Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro grüßt am Dienstag Anhänger in New York.

          UN-Vollversammlung : Brasilien zeigt der Welt den Mittelfinger

          Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hält in New York eine verstörende Rede und lacht den britischen Premierminister Boris Johnson aus. Noch grotesker ist ein Auftritt seines Gesundheitsministers – der nun in Quarantäne muss.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.