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Spezial Börsenzyklen : Der Heizölpreis zählt zu den Klassikern unter den saisonalen Kursverläufen

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Typische saisonale Entwicklungen spielen nicht nur an der Börse eine wichtige Rolle, sondern auch im Alltagsleben. Etwa beim Kauf von Heizöl oder Obst, aber auch bei der Auswahl der Urlaubszeit und des Urlaubsortes.

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          Saisonal typische Kursverläufe gibt es praktisch in allen Segmenten der Finanzmärkte zu beobachten. Ganz besonders ausgeprägt fallen sie an den Energie- und Warenmärkten aus. Das ist wenig überraschend, denn Ernten oder wie im Falle des Heizöls die Heizperioden sind nun einmal an bestimmte Jahreszeiten gebunden. Heizöl ist normalerweise dann billiger, wenn auf der nördlichen Erdhalbkugel Sommer ist. Herrscht dort der Winter muß geheizt werden und die Preise steigen.

          Wie der Chart zeigt, war Heizöl in der Vergangenheit im Juni und im Juli am günstigsten einzukaufen. Im Hochsommer setzen typischerweise die ersten Käufe für die Winterzeit ein, so daß der Preisanstieg beginnt, bevor die Preise dann von Oktober bis Januar, also während des größten Teils der Zeit der Heizsaison, am höchsten waren.

          Annahmen über saisonale Kursverläufe müssen empirisch geprüft werden

          Dimitri Speck, der sich auf das Erkennen von Kursmustern und der Entwicklung daraus ableitbarer Handelssysteme spezialisiert hat, kommt vor diesem Hintergrund zu folgendem Schluß: „Viele Eigenheimbesitzer und Hausverwalter decken sich bereits vor Beginn der Heizsaison mit ihrem Brennstoff ein. Das aber hat zur Folge, daß die Preise bereits dann steigen.“

          Folglich entwickeln sich die Heizölpreise jahreszeitlich etwas anders, als gemeinhin angenommen wird. Das macht laut Speck deutlich, wie wichtig es ist, „saisonale Verläufe empirisch zu überprüfen und exakt auszuwerten, und sich nicht von vorgefaßten Vorstellungen leiten zu lassen.“ Nur so können sich Händler im Energiebereich oder Verbraucher die Saisonalität zunutze machen.

          Das Wetter ist ein wichtiger externer Einflußfaktor

          Zu den Klassikern unter den saisonalen Kursverläufen zählen zudem die Agrarmärkte. Und auch das ist naheliegend, da das Angebot an landwirtschaftlichen Produkten nach der Ernte am größten ist und dann auf die Preise drückt. Je länger die Ernte zurückliegt, um so teurer werden Agrarprodukte. Teilweise werden sie dann so teuer, daß sie praktisch nicht mehr angeboten werden, weil kaum noch Nachfrage besteht. Dank besserer Lager- und Transportmöglichkeiten haben sich bei Agrarprodukten zwar inzwischen die saisonalen Preisausschläge deutlich verringert, anzutreffen sind sie aber immer noch.

          Auch in der Bauwirtschaft und im Tourismus spielt das Wetter eine wichtige Rolle. Denn wer verbringt seinen Urlaub schon gerne dort, wo gerade Regenzeit ist? Folglich zählt das Wetter ebenfalls zu den Klassikern unter den Saisonalitäten. Was für ein wichtiger Einflußfaktor es an der Börse ist, zeigten erst jüngst die volatilen Kursausschläge an der Wall Street während der Hurrikan-Saison. Dokumentiert wird die Bedeutung des Wetters an den Finanzmärkten auch durch die Existenz von Wetterindizes oder von Wetterderivaten.

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