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Sinkende Rohstoffpreise : Rohstoff-Hedgefonds unter Druck

  • -Aktualisiert am

Kupferlieferung in Chile Bild: AP

Sinkende Rohstoffpreise verderben vielen Hedgefonds das Geschäft. Allerdings können manche Investoren auch profitieren.

          Viele Hedgefonds mit dem Schwerpunkt auf Rohstoffen sind unter Druck: Diese Anleger, die primär auf die Preisentwicklung von Öl, Kupfer und andere Rohstoffe setzen, mussten im Mai deutliche Rückgänge in der Wertentwicklung ihrer Fonds verbuchen. Hedgefonds, die im Newedge Commodity Trading Index abgebildet sind, verloren im Mai im Schnitt 3 Prozent - das ist so viel wie seit September nicht mehr. „Im Mai haben die Rohstoff-Hedgefonds sehr unterschiedlich abgeschnitten“, sagt Marcus Storr, der die Hedgefonds-Allokation des Vermögensverwalters Feri leitet. „Das ist ungewöhnlich, aber erklärbar aufgrund des aktuellen makro-ökonomischen Umfeldes, welches sehr politisch getrieben ist und fundamentale Bewertungen vernachlässigt.“

          Hedgefonds nutzen unterschiedliche, zum Teil komplizierte Handelsstrategien, um von den Preisbewegungen zu profitieren. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten viele Rohstoff-Fonds schlechter abschnitten: Der Taylor Woods Master Fonds, der mehr als 1 Milliarde Dollar verwaltet, habe im Mai um 4,2 Prozent nachgegeben. Der Metall-Fonds von Galena Asset Management verlor 2,6 Prozent. Der Brevan Howard Commodities Strategies Master Fonds verlor 2 Prozent, heißt es. Die Unternehmen wollten sich zu dem Bericht nicht äußern. Immerhin: Der Brevan-Howard-Rohstoff-Fonds lag in den ersten fünf Monaten dieses Jahres noch 4,2 Prozent im Plus. Zum Stand Ende April verwaltete der Fonds 534 Millionen Dollar. Und der Galena-Metall-Fonds war mit 3,1 Prozent ebenfalls noch im Plus - bei einem verwalteten Vermögen in Höhe von 817 Millionen Dollar.

          Die Schuldenkrise hat die Rohstoffpreise sinken lassen

          Trotz der Turbulenzen am Rohstoffmarkt gibt es unter Hedgefonds auch Gewinner: Der 3,3 Milliarden Dollar schwere Clive-Fonds, der von Chris Levett verwaltet wird, soll sich um 10 Prozent verbessert haben, weil der Fonds auf sinkende Energiepreise setzte. Dies verlautet jedenfalls aus Finanzkreisen. Auch der Vector-Rohstoff-Fonds des Investors und ehemaligen Goldman-Sachs-Händlers Gilbert Saiz aus London soll im Mai um 7 Prozent gestiegen sein.

          Die Verschärfung der Schuldenkrise in Europa sowie negative Konjunkturaussichten auf der Welt, die auf einen geringeren Rohstoffverbrauch hindeuten, haben in den vergangenen Wochen zu niedrigeren Rohstoffpreisen geführt. Der Index GSCI, der die Preisentwicklung von 24 Rohstoffen abbildet, liegt seit Anfang des Jahres mit 12 Prozent im Minus. In den ersten Monaten des Jahres kletterte der Index noch stetig. Ende Februar ging es bergab, Anfang Mai verschärfte sich dann der Abschwung. Im Mai verlor der GSCI so stark wie seit November 2008 nicht mehr. Der GSCI enthält Rohstoffe wie Kupfer, Weizen und Öl, ist allerdings sehr energielastig. Besonders der Rohölpreis hat deutlich nachgegeben. So hat sich die Iran-Krise nicht weiter zugespitzt. Zudem gibt es ein wachsendes Ölangebot auf der Welt und viele spekulativ orientierte Anleger haben sich am Terminmarkt für Öl zurückgezogen, so dass die Preise fielen. Seit Anfang März hat der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent um 20 Prozent nachgegeben. Die Rohstoffmärkte unterliegen stets stärkeren Schwankungen als zum Beispiel der Aktienmarkt, daher gelten Rohstoffe als eine eher riskante Geldanlage. Privatanleger, aber auch Pensionsfonds setzen auf langfristig steigende Rohstoffpreise - vor allem weil China ein hohes Wirtschaftswachstum hat und dabei sehr viele Rohstoffe benötigt. So hat der GSCI seit Anfang 2009 um 90 Prozent zugelegt.

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