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Jetzt enttarnt : Der Erfinder der Bitcoins ist 64 Jahre alt

Der Erfinder der digitalen Währung will mit den Bitcoins nichts mehr zu tun haben. Bild: REUTERS

Der 64 Jahre alte Satoshi Nakamotos soll die digitale Währung erfunden haben. Er lebt zurückgezogen in Amerika. 400 Millionen Dollar soll sein Vermögen in Bitcoin betragen - doch er rührt es nicht an.

          Es war eines der letzten großen Mysterien der Internetwährung Bitcoin: Wer ist eigentlich der Erfinder dieser digitalen Devise? Bekannt war bisher nur, dass sie oder er unter dem Namen Satoshi Nakamoto aufgetreten und nach dem Entwickeln der Bitcoins spurlos verschwunden war. Bis jetzt. Das amerikanische Magazin Newsweek glaubt nun, den Kopf hinter der Digitalwährung gefunden zu haben.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die erste Überraschung: Satoshi Nakamoto ist kein Pseudonym, sondern Satoshi Nakamoto heißt wirklich Satoshi Nakamoto. Und er ist kein jugendlicher Hacker, sondern ein 64 Jahre alter Amerikaner japanischer Herkunft. Laut Newsweek soll er aus einer alten Samuraifamilie stammen, seine Mutter soll Buddhistin sein. Ende der 50er Jahre kam Nakamoto dann mit seiner Mutter in die Vereinigten Staaten. Nach einem Studium der Physik soll er für große Unternehmen und das Militär geheime Arbeiten erledigt haben.

          Heute führt Nakamoto in Kalifornien ein bescheidenes Leben. Von seinem kolportierten Vermögen in Bitcoin, welches 400 Millionen Dollar betragen soll, hat er offenbar nichts angerührt. Und das, obwohl er und seine Familie es gut gebrauchen könnten.

          „Ich bin darin nicht länger verwickelt und habe keinerlei Verbindungen zu ihnen mehr“, sagte er der Newsweek-Reporterin über seine Beziehung zu den Bitcoins. Nicht einmal seine Familie soll davon etwas wissen. Nakamoto selbst ist wohl seit 2001 ohne regulären Jobs. Er ist gesundheitlich angeschlagen, hatte einen Schlaganfall und Prostatakrebs. Doch er hatte auch viel Zeit, um mehrere Jahre an dem Programmcode der Bitcoins zu feilen.

          Brillant, pedantisch, fast besessen

          In seinem Leben gab es wohl zwei entscheidende Faktoren, die die Entwicklung der Internetwährung förderten. Zum einen steht er dem Staat und den Banken sehr kritisch gegenüber, denn in den neunziger Jahren wurde sein Haus zwangsversteigert – was der gläubige Buddhist wohl nie überwinden konnte. Doch allein aus Skeptik zum Staat entwickelt niemand eine Internetwährung.

          Der zweite Grund ist skurril, aber auch schön: Nakamoto soll begeisterter Modelleisenbahnfan sein. Die Teile für die Züge bestellte er stets in England. Und das Bezahlen dauerte nicht nur lang, sondern war auch noch mit hohen Bankgebühren verbunden – ein großes Problem für den damals jugendlichen Nakamoto. Er suchte also nach einer einfachen und schnellen Lösung – die Idee der Bitcoins war geboren.

          Nakamoto scheint dabei kein besonders sympathischer Mann zu sein. Sein eigener Bruder bezeichnet ihn in dem Artikel zwar als „brilliant“, aber auch als „ein Arschloch“. Seine Familie sagte der Newsweek, er ist ein Mann der wenigen Worte, sehr pedantisch, dabei aber extrem launisch und fast besessen von seiner Privatsphäre. „Er kann sehr paranoid sein“, sagt seine Frau. Von ihr lebt er getrennt, ist aber immer noch mit ihr verheiratet. Seine eigenen Kinder – 6 an der Zahl sollen es sein – hat er laut seiner Frau seit Jahren nicht gesehen. Seine Familie weiß auch nicht, ob er der Erfinder der Internetwährung ist oder nicht. „Ich denke nicht, dass er diese Frage jemals wahrheitsgemäß beantworten wird“, sagt seine Frau.

          Wie konnte er nun so lange unentdeckt bleiben? Offensichtlich gab Nakamoto sich in den siebziger Jahren einen weiteren Vornamen und hieß seitdem Dorian S. Nakamoto - und kaum jemand wusste, wofür das S stand. Die anderen Bitcoin-Entwickler rätseln, warum er sein Bitcoin-Vermögen nicht anrührt. Sie vermuten, seine Privatsphäre sei ihm mehr wert als 400 Millionen Dollar. Denn sollte er das Geld abheben, könnte er enttarnt werden und der Medienrummel würde ihn überrollen. Doch das ist nun hinfällig. Der Grund könnte aber auch viel simpler sein: Er hat einfach den Schlüssel zu seinem Bitcoin-Konto verloren.

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