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Devisenmarkt : Sakakibara: Yuan steigt 2008 zum Dollar um mehr als 10 Prozent

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Bild: FAZ.NET

Der chinesische Yuan könnte dieses Jahr nach Ansicht des japanischen Devisenexperten Eisuke Sakakibara gegenüber dem Dollar mehr als zehn Prozent aufwerten und dabei auch den Yen beflügeln.

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          Der chinesische Yuan könnte dieses Jahr nach Ansicht des japanischen Devisenexperten Eisuke Sakakibara gegenüber dem Dollar mehr als zehn Prozent aufwerten.

          Bei dieser Entwicklung sei auch ein weiter steigender Yen-Kurs akzeptabel, sagte der ehemalige japanischen Vize-Finanzminister, der auch „Mr. Yen“ genannt wird, in einem Bloomberg-Gespräch.

          „Die chinesischen Behörden erkennen, dass sie den Yuan aufwerten müssen“

          Die chinesische Währung hat in Relation zum Greenback im Januar bereits 1,4 Prozent gewonnen und ist auf dem besten Wege, den größten monatlichen Anstieg seit der Abkopplung vom Dollar im Juli 2005 zu verzeichnen. Die G-7, die Gruppe der sieben wichtigsten Industrieländer, hatte China dazu aufgefordert, den Yuan nicht künstlich schwach zu halten, um die Exporte zu stützen. China ist Japans größter Handelspartner.

          „Die chinesischen Behörden erkennen nun, dass sie den Yuan für das Wohl ihres Landes bedeutend aufwerten müssen“, erklärte Sakakibara, der jetzt als Professor an der Waseda-Universität in Tokio tätig ist. Ein stärkerer Yuan würde Waren aus China am globalen Markt verteuern und die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Exporteure verbessern.

          Der Yen könnte bis zum Sommer laut Sakakibara sogar bis zu zwölf Prozent steigen und einen Kurs von 95 Yen je Dollar erreichen, sofern die amerikanische Konjunktur sich abkühle und die Bank of Japan eine Rally des Yen nicht bremse. Mit eingreifenden Maßnahmen der japanischen Zentralbank sei jedoch nicht zu rechnen. Der Yen gewann am Dienstag 0,1 Prozent auf 107,03 je Dollar.

          Hohe Korrelation des Yuan zum Yen

          Der chinesische Yuan hatte im vergangenen Jahr in Relation zum Dollar sieben Prozent zugelegt. Über die vergangenen sechs Monate hatte die chinesische Währung eine Korrelation von 0,86 zum Yen, wie Daten von Bloomberg zeigen.

          Sakakibaras Prognosen zufolge würde der Yuan bis Jahresende auf ein Niveau von 6,57 Yuan per Dollar stiegen. Damit ist der japanische Währungsexperte für den Yuan zuversichtlicher als das Gros der Analysten. Eine Befragung von 32 Analysten ergab im Median, dass der Yuan-Kurs Ende 2008 voraussichtlich bei 6,80 Yuan je Dollar liegen wird. Terminkontrakthändler gehen von einem Anstieg von 8,4 Prozent aus und sehen den Yuan in zwölf Monaten bei einem Kurs von 6,6390 je Dollar.

          „Sakakibara ist hinsichtlich des Yuan zu optimistisch“, sagt Xinji Lu von der Mizuho Corporate Bank Ltd. in Tokio. China peile eine „sanfte Landung“ an, auf einem Niveau langsameren Wachstums und ohne eine exzessive Aufwertung des Yuan.

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