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Rohstoffzertifikate : Wege durch den Dschungel

Orangen. Bild: REUTERS

Nach den Prognosen vieler Banken könnte 2012 ein gutes Jahr für Rohstoffanlagen werden. Interessierte Privatanleger finden Tausende von Zertifikaten auf Indizes oder einzelne Rohstoffe.

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          Für Anleger fällt die Bilanz des Rohstoffjahres 2012 bislang gar nicht so schlecht aus. Nach einem guten Start haben die Rohstoffpreise zwar wieder nachgegeben, aber viele Notierungen liegen seit Jahresbeginn noch immer deutlich im Plus. Es waren die gleichen Faktoren, die schon im vergangenen Jahr den Rohstoffmarkt immer wieder belastet haben: Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung insbesondere in China, dem größten Rohstoffnachfrager der Welt, und die Schuldenkrise in Europa.

          Kerstin Papon
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Diese Gemengelage führte im Jahr 2011 zu großen Kursverlierern wie dem Industriemetall Kupfer (minus 20 Prozent), da zeitweise sogar Rezessionsängste im Spiel waren. Auch viele Rohstoffindizes beschlossen das Jahr im Minus. Gold hingegen war angesichts der Suche der Anleger nach Sicherheit mit einem Plus von 10 Prozent einer der wenigen Gewinner.

          Hoffnung auf ein besseres Rohstoffjahr

          Die Rohstoffmärkte gönnten sich derzeit eine Verschnaufpause, sagen die Analysten der Deka Bank. Dabei sei gerade in der ersten Jahreshälfte durchaus noch mit Preisrückschlägen zu rechnen. Denn die Lösung der europäischen Schuldenkrise berge noch beträchtliche Risiken und Unsicherheiten. Zudem stelle sich weiterhin die Frage nach der zukünftigen wirtschaftlichen Dynamik. Doch es scheint Hoffnung auf ein besseres Rohstoffjahr zu geben, als es das vergangene war: Sowohl die moderat anziehende Weltkonjunktur als auch die zurückkehrende Risikofreude der Investoren könnten im weiteren Jahresverlauf für steigende Rohstoffpreise sorgen, heißt es von der Deka Bank.

          Den größten Sprung nach vorne machten seit Jahresbeginn Silber und Rohöl.
          Den größten Sprung nach vorne machten seit Jahresbeginn Silber und Rohöl. : Bild: F.A.Z.

          Trotz der chinesischen Wachstumssorgen bleibt der Ausblick auch nach Ansicht der Experten der Schweizer Bank Credit Suisse positiv. Die wirtschaftlichen Frühindikatoren sendeten relativ starke Signale. Die Einkaufsmanagerindizes - auch die chinesischen - deuteten auf eine Stabilisierung und in einigen Ländern sogar schon auf eine Wachstumsbelebung hin. Insgesamt habe sich der Mix aus Bewertungen, zyklischen Faktoren und technischer Analyse weiter verbessert. Folglich dürften die Rohstoffpreise in den nächsten Monaten weiter steigen.

          Bei Zertifikaten auf Rohstoffe gibt es einiges zu beachten

          Die Analysten der Landesbank Baden Württemberg äußern sich ebenfalls positiv. Insgesamt hätten die Rohstoffmärkte noch viel Luft nach oben und seien vor allem im Vergleich zu Aktien deutlich unterbewertet. Dem stehe jedoch das Risiko einer unerwartet starken Abschwächung der Konjunktur in China entgegen, weshalb sich viele Akteure vorerst nur zögerlich am Markt positionierten.

          Die Aussichten scheinen also nicht so schlecht zu sein. Privatanlegern, die sich für Rohstoffe als Anlageklasse interessieren, bieten sich viel mehr Möglichkeiten als noch vor ein paar Jahren. Da der physische Kauf - mit Ausnahme vielleicht von Münzen oder Barren aus Gold und Silber - keine wirkliche Option ist, dürfte der Kauf von Zertifikaten oder Fonds auf Rohstoffe leichter zu handhaben sein. Doch auch dabei gilt es, einiges zu beachten, was nicht nur an den Eigenheiten des Rohstoffmarktes selbst liegt.

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