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Rohstoffmarktbericht : Zucker bleibt teuer - Ölpreis schlägt Kapriolen

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Bild: FAZ.NET

Die Preise an den Energie- und Rohstoffmärkten schlagen Kapriolen. Das zeigt sich primär an der Entwicklung des Ölmarktes. Bewegungen von mehr als 4 Prozent waren in den vergangenen Tagen eher die Regel aus die Ausnahme.

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          Die Preise an den Energie- und Rohstoffmärkten schlagen Kapriolen. Das zeigt sich primär an der Entwicklung des Ölmarktes. Nach einem Preisanstieg um 115 Prozent von 33,90 auf knapp 73 Dollar je Fass der Sorte WTI von Februar bis Juni ging die Entwicklung in eine volatile Korrekturbewegung über.

          Nach einem Zwischentief Mitte Juli bei 59,50 Dollar setzte der Auftrieb wieder frisch ein und führte am Mittwoch mit einem Tageshoch von 72,84 Dollar zu einem Zehn-Monats-Hoch. Aus technischer Sicht arbeitet der Preis damit am weiteren Ausbruch nach oben. Die Schwankungen in den vergangenen Tagen waren allerdings ausgeprägt. Tagesbewegungen von mehr als 4 Prozent waren eher die Regel aus die Ausnahme.

          Erratische Wetten auf volatile Lagerbestandsdaten

          Händler nannten die neusten Daten zu den amerikanischen Lagerbeständen an Rohöl als Ursache für den jüngsten Preissprung. In der größten Volkswirtschaft der Welt gingen die Lagerbestände an Rohöl nach Angaben des Energieministeriums in der vergangenen Woche stark zurück. Die Vorräte seien um 8,4 Millionen Barrel auf 343,6 Millionen Barrel geschrumpft, wurde mitgeteilt.

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          Das nutzten Händler sofort, um den Preis nach oben zu treiben. Dabei sind Wochendaten dieser Art schwankungsanfällig. So könne alleine schon das schlechte Wetter im Golf von Mexiko dazu geführt haben, dass einige Öltanker nicht rechtzeitig entladen konnten. Deswegen könne schon in der laufenden Woche wieder mit einer starken Erholung der Lagerbestandsdaten gerechnet werden, heißt es. Alleine das zeigt schon, wie erratisch und spekulativ überhitzt der Ölmarkt ist. Grundsätzlich sind die Lagerbestände im mittel- und längerfristigen Vergleich hoch. Sie liegen deutlich über den saisonal üblichen Mengen.

          Während der Ölpreis zu relativer Stärke neigt und der Zuckerpreis seinen mittelfristigen Aufwärtstrend fortsetzt, bleibt die Preisentwicklung von Weizen schwach. Bei Orangensaft kam es kurzfristig zu einer heftigen Korrektur, nachdem die Hurrikansaison nicht so kräftig wie befürchtet auszufallen scheint, während die Preise von Erdgas, Elektrizität und mageren Schweinen zumindest an den amerikanischen Terminmärkten immer weiter nach unten laufen.

          Gas und Strom bleiben an den Terminmärkten billig

          Der niedrige Gaspreis ist auf ein hohes Angebot zurückzuführen, ebenso wie auf eine vergleichsweise unflexible Nachfrage. Mittelfristig müssten jedoch alleine schon Substitutionsmöglichkeiten dazu führen, dass Energieverbraucher Öl durch Gas ersetzen. Auf diese Weise würde der Gaspreis stabilisiert und die Preisentwicklung von Öl wenigstens gedämpft.

          Interessant ist zumindest kurzfristig die starke unterschiedliche Preisentwicklung von Schweinebäuchen und mageren Schweinen. Der nähere Blick zeigt jedoch, dass sie nur die Normalisierung von Verhältnissen wiedergeben. In den vergangenen Wochen waren die Preise so unnatürlich nahe zusammengelaufen, dass eine Wette dagegen lohnend wurde. Manche Anleger scheinen das erkannt zu haben. Die Historie zeigt, dass sich solche günstigen Gelegenheiten immer wieder einmal bieten. Die Frage ist nur, welcher Anleger es gerade dann sieht.

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