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Rohstoffe : Weizenpreis - von Rekord zu Rekord

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Die Weizenpreise erreichen immer neue Hochs. Das wichtige Nahrungsgetreide wird knapper und knapper. Die Lagerbestände sind so gering wie lange nicht mehr, theoretisch reichen sie nicht einmal für ein halbes Jahr.

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          Der Weizen kostet am Weltmarkt derzeit so viel wie noch nie. Trockenheit in wichtigen Anbaugebieten mindert das Angebot, gleichzeitig zieht die Nachfrage in den Schwellenländern an. Das hat den Weizen seit Anfang April des laufenden Jahres um über 80 Prozent verteuert.

          Am Terminmarkt in Chicago stieg der generische Kontrakt für Weizen am Donnerstag um 3,17 Prozent auf den neuen Rekordpreis von 7,656 Dollar je Scheffel oder etwa 35,2 Liter. Schon am Mittwoch war mit 7,60 Dollar ein Rekordhoch erreicht worden. Dahinter stehen nach Angaben von Analysten Käufe am Tagesmarkt.

          Lagerbestände sind so gering wie lange nicht mehr...

          So hat Ägypten im August bislang etwa 1,4 Millionen Tonnen Weizen gekauft, wie Bloomberg-Daten zeigen. Dies ist mehr als ein Prozent der weltweiten Lagerbestände die nach Schätzungen des USDA im laufenden Jahr noch bei etwa 115 Millionen Tonnen liegen. Das ist der tiefste Stand seit dem Jahr 1981. Bei einer er geschätzten Nachfrage im laufenden Jahr von rund 620 Millionen Tonnen würden die Lagerbestände theoretisch gerade einmal etwas länger als fünf Monate reichen, sollten ei künftigen Ernten völlig ausfallen.

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          Ägypten war vergangenes Jahr der größte Weizenimporteur hinter Brasilien. Indien holte am Mittwoch Angebote für 530.000 Tonnen Weizen ein. Der weltweit zweitgrößte Weizenkonsument nach China will seine Reserven verstärken. Gestützt wird die Aufwärtstendenz beim Weizenpreis von Nachrichten zum künftigen Angebot. Die Ukraine kündigte am Mittwoch an, in diesem Jahr 58 Prozent weniger Getreide zu exportieren als im vergangenen Jahr. Eine dreimonatige Dürre belastet die diesjährige Ernte bei der Nummer sieben im weltweiten Weizen-Exportgeschäft. Auch beim zweitgrößten Exporteur, Australien, erwarten Analysten in diesem Jahr eine niedrigere Weizenernte. Dort leidet die Landwirtschaft ebenfalls unter überdurchschnittlich heißem Wetter und Trockenheit.

          ... theoretisch reichen sie nicht einmal für ein halbes Jahr

          Die weltweiten Weizenvorräte werden nach einer Prognose des amerikanische Landwirtschaftsministeriums 2008 auf das niedrigste Niveau seit 26 Jahren fallen. Ende Mai nächsten Jahres dürften sie bei nur noch 114,8 Millionen Tonnen liegen, hieß es in einem Bericht aus diesem Monat. Analysten rechnen beim Weizenpreis daher bereits mit neuen Rekordhochs. Shigeji Watanabe vom japanischen Brokerhaus Meiji Bussan Co. hält im Oktober einen Anstieg des Weizenpreises auf acht Dollar je Scheffel für möglich. Das dürfte auch die Preise bei anderen agrarischen Rohstoffen nach oben bringen, da es mit Sicherheit zu Substitutionseffekten kommen wird.

          Für Anleger bietet die Preisentwicklung und der bisher anhaltende Trend nach oben Chancen, in einem ansonsten volatilen Umfeld nette Renditen zu erzielen. So gibt es verschiedene Optionsscheine und Zertifikate, die in den vergangenen Wochen zu einem großen Teil sehr gut gelaufen sind (siehe: Weizenzertifikate und -scheine). Allerdings dürfte es auch hier ratsam sein, die weitere Entwicklung genau zu verfolgen. Immerhin sind in den vergangenen Monaten auch viele spekulative Marktteilnehmer in dieser Märkte eingestiegen. So dürften zum Teil deutliche Gewinnmitnahmen nie überraschen, sind doch Rohstoffmärkte bekannt für ihre hohe Volatilität.

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