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Rohstoffe : Schwache Ernten sorgen für ein Defizit

  • Aktualisiert am

Bild: dapd

Etwas schwächere Ernten in der Elfenbeinküste sorgen dafür, dass sich Anleger am Kakaomarkt auf leicht steigende Preise einstellen.

           Ob Schokolade wirklich glücklich macht? Diese Frage werden sich die Beobachter der Kakaopreise in den vergangenen zwei Monaten wohl öfter gestellt haben. Nicht nur die Preisentwicklung verlief im Oktober und November recht turbulent. Auch die Kakaoverarbeitung in Europa ist leicht rückläufig. Im dritten Quartal fiel sie um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 316 700 Tonnen. Das ist das niedrigste Ergebnis für ein drittes Quartal seit sieben Jahren, meldet die europäische Kakaovereinigung.

          Überschuss von 90.000 Tonnen in 2011/12

          Anlegern und Verbrauchern scheint die Lust auf Süßes dennoch nicht vergangen zu sein. Das weltweite Angebot in der Saison 2011/12 überstieg wie schon im Vorjahr die Marke von 4 Millionen Tonnen. Ende November kletterte dann auch der Preis je Tonne wieder auf rund 2478 amerikanische Dollar, so dass die Internationale Kakao-Organisation (ICCO), die Kakao produzierende und importierende Staaten vertritt, ihre Prognose für die Saison 2011/12 korrigierte: Statt dem vorhergesagten Defizit bestätigt sie im aktuellen Quartalsbericht einen Überschuss von 90 000 Tonnen.

          Preisentwicklung seit Anfang Januar 2011

          Wer als Privatanleger an der Preisentwicklung des Rohstoffs teilhaben will, kann dies mit verschiedenen Zertifikaten tun. Dabei lohnt es sich, nicht nur auf steigende, sondern auch auf fallende Preise zu setzen, sagt Michaela Kuhls, Analystin bei der Commerzbank. Es gibt aber auch Wertpapiere wie ETCs, die die Preisentwicklung des Kakaos abbilden.

          Kein Grund zur Euphorie

          Trotz der insgesamt positiven Entwicklung sehen Fachleute für 2013 keinen Grund zur Euphorie. Die Überschüsse aus 2010/11 (341 000 Tonnen) und 2011/12 hätten zwar ein beachtliches Polster entstehen lassen, schreibt die Commerzbank in ihrem Jahresausblick für Agrarrohstoffe 2013. Dennoch sei für die laufende Saison mit einem Defizit am globalen Kakaomarkt zu rechnen. Es wäre das erste Defizit seit drei Jahren. Wie hoch es ausfällt, ist aber noch offen. Inoffiziell werde mit 50 000 Tonnen weniger gerechnet, melden die Analysten der Commerzbank, es sei aber auch schon von 100 000 bis 150 000 Tonnen gesprochen worden.

          Grund dafür sind schwächere Ernten an der Elfenbeinküste und in Ghana, den Hauptproduzenten für Kakao. Wichtig für die Kakaoproduktion sind vor allem die Witterungsbedingungen. „Die Elfenbeinküste konnte in den letzten Jahren kein immanentes Produktionswachstum aufweisen, sondern war allein auf günstige Wetterbedingungen angewiesen“, heißt es beim Schweizer Vermögensverwalter Tiberius. Die globale Produktion bleibe 2013 nach Angaben der Internationalen Kakao-Organisation unverändert. Anleger müssten sich aber auf einen leichten Preisanstieg für die Saison einstellen. Bei der Commerzbank rechnet man für das vierte Quartal 2013 mit einem Preis von 2600 Dollar je Tonne.

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